Gesundheit : Frankenberg will längere Eliteförderung

Frank van Bebber

Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) fordert nicht nur einen dauerhaften Exzellenzwettbewerb, sondern auch eine höhere und längere Förderung der erfolgreichen Eliteprojekte. Er halte es für nicht angemessen, dass diese nach fünf Jahren auslaufen müssten, während ein Sonderforschungsbereich eine Laufzeit von bis zu zwölf Jahren habe, sagte Frankenberg kurz vor Antragsabgabe in der zweiten Wettbewerbsrunde. Der Minister schlägt auch vor, den Unis über den bisherigen 20-Prozent-Aufschlag hinaus mehr Geld für indirekte Kosten wie Mieten oder Verwaltung der Eliteprojekte zu gewähren.

Bis kommenden Freitag, dem 13. April, müssen die Finalisten der zweiten Runde des Exzellenzwettbewerbs ihre vollständigen Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn einreichen. Die Entscheidung über Elitetitel, Exzellenzcluster und Graduiertenschulen fällt am 19. Oktober.

Frankenberg erklärte, die Politiker würden die Entscheidung der Wissenschaft diesmal „einen halben Tag vor Sitzung des Bewilligungsausschusses“ erhalten. Bei der ersten Runde hatten die Politiker die Bewertung der wissenschaftlichen Gutachter erst kurz vor deren Bekanntgabe erfahren. Dies hatte zu Kritik geführt. Frankenberg sagte, der neue Zeitplan lasse die Möglichkeit zur Nachfrage. Es dürfe aber weiter allein die wissenschaftliche Qualität den Ausschlag geben. Nach Abschluss der zweiten Runde sei der richtige Zeitpunkt, um über eine dauerhafte Fortsetzung des Wettbewerbs zu entscheiden, erklärte Frankenberg. Es müsse die Möglichkeit zum Auf- wie zum Abstieg geben.

In Baden-Württemberg sind die Universitäten Freiburg, Heidelberg und Konstanz im Rennen um die höchste Förderstufe, landläufig als Elitetitel bezeichnet. Alle drei Universitäten haben nach eigenen Angaben ihre Anträge im Vergleich zur ersten Runde im vergangenen Jahr wesentlich überarbeitet. Wie sie auf Nachfrage erklärten, seien die Vorschläge vor allem konkreter und auf rasche Umsetzung ausgerichtet. Nach der ersten Runde war der Eindruck entstanden, solche Ansätze hätten die Gutachter bei den erfolgreichen beiden Münchner Universitäten und der TU Karlsruhe besonders beeindruckt.

Die Universität Heidelberg setzt nun unter anderem auf Kooperationen mit der Max-Planck-Gesellschaft und dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Universität halte aber in ihrem „erheblich präzisierten und umgebauten Antrag“ zugleich am Konzept der Volluniversität mit breitem Fächerspektrum fest, sagte ein Sprecher. Das lange als Favorit gehandelte Heidelberg hat sich für die zweite Runde von internationalen Experten beraten lassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben