Gesundheit : Freie Universität: FU wirbt mehr Geld für Forschung ein

U.S.

Die Freie Universität Berlin hat trotz eines erzwungenen Verlusts von 270 Professoren bei der Einwerbung von Drittmitteln für die Forschung seit dem Jahr 1990 eine erstaunliche Steigerung zu verzeichnen. 1990 lagen die Drittmittel noch bei 90 Millionen Mark - im Jahr 2000 wurden 127,5 Millionen Mark erreicht. FU-Präsident Peter Gaehtgens wertete diese Steigerung als außerordentlichen Erfolg und als Beweis dafür, dass die Steuergelder, die über den Staatszuschuss in die Uni kommen, gut angelegt sind.

Nach seiner Berechnung fließen jährlich etwa 580 Millionen Mark in die Berliner Wirtschaft allein aus der FU zurück, wenn man alles zusammenrechnet: die Ausgaben der Studenten für ihren Aufenthalt in der Stadt, die Ausgaben, die Gastwissenschaftler und Kongressteilnehmer tätigen. Hinzu kommen etwa 1000 Arbeitsplätze, die durch die Drittmittel geschaffen werden.

So positiv diese Entwicklung ist, erste Zeichen eines Wandels sind bereits erkennbar auf Grund des enormen Verlusts, den die Freie Universität durch die Verminderung der Professorenzahl von 840 auf 564 und die Verlagerung des Klinikums Rudolf Virchow an die Humboldt-Universität hinnehmen musste. Noch Mitte der neunziger Jahre war die FU im Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf den fünften Platz von allen deutschen Universitäten gesetzt worden, heute steht sie auf dem 13. Platz.

Gaehtgens nutzte die Bilanz zu einer Warnung: Die Politiker müssten erkennen, dass sie jetzt nicht nur für eine Legislaturperiode zu entscheiden hätten, sondern über die Zukunft der Hochschulen in Berlin in den nächsten 20 Jahren. Die FU müsse 150 Professuren neu besetzen. Wenn jetzt keine Wissenschaftler mit hohem Niveau gewonnen werden, falle die Freie Universität ins Mittelmaß zurück.

Spitzenreiter bei der Einwerbung von Drittmitteln sind die Mediziner, die allein auf 50 Millionen Mark kommen, vor den Naturwissenschaftlern mit 45 Millionen Mark. Es folgen die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler mit 14 Millionen vor den Sprach- und Kulturwissenschaftlern, die 11,8 Millionen Mark erreichten. Schwach seien die Juristen und Wirtschaftswissenschaftler - und das seit Jahren. Präsident Gaehtgens will an diese Fachbereiche herantreten, um eine Änderung zu erreichen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar