Gesundheit : Freiherr von Münchhausen stirbt 1797 in Bodenwerder

Ingo Bach

Heute vor 203 Jahren, am 22. Februar 1797, starb Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen auf seinem Gut bei Bodenwerder, damals noch eine Insel in der Weser. In dem kleinen Fachwerkschloss war er auch 1720 zur Welt gekommen.

Sein Leben war bewegt. Mit 13 kam er als Page an den Hof des Herzogs Karl von Braunschweig und lernte hier die Welt kennen, wie sie während des Rokoko typisch war: Rauschende Feste und Trinkgelage, gewürzt mit Galanterie und geistreicher Konversation. Spätere Autoren meinten, hier sei wohl die Fabulierkunst des jungen Freiherrn erweckt und entwickelt worden. Im 18. Lebensjahr versuchte Münchhausen sein Glück beim Militär, nicht unüblich für einen jungen Mann seiner Stellung. Er diente in einem russischen Kürassierregiment bei Riga. 1750 wurde der 30-Jährige zum Rittmeister befördert, zwei Jahre später kehrte er auf sein Gut Bodenwerder zurück. Aus dem angesammelten Erfahrungsschatz schöpfte er nun seine Geschichten, für die er bald auch weit außerhalb bekannt wurde. Um seine Freunde zu unterhalten, ließ er extra auf seinem Gut ein zweistöckiges Gartenhaus errichten, das er selbst die "Grotte" nannte, woraus spätere Generationen den "Lügenpavillon" machten. Von seinen Zeitgenossen wird von Münchhausen als ein bezaubernder Unterhalter und Geschichtenerzähler beschrieben.

Sie fanden ein so großes Interesse, dass manche Geschichten gedruckt wurden. Die ersten Erzählungen erschienen 1781 im "Vademecum für lustige Leute" des Berliner Verlegers August Mylius. Später wurden sie ins Englische übersetzt und vom anonymen Verfasser durch weitere Histörchen erweitert. Immer mehr - nun auch Lügengeschichten genannte - Erzählungen erschienen unter Münchhausens Namen. Die berühmteste Fassung ist die von Gottfried August Bürger besorgte Rückübersetzung aus dem Englischen ("Wunderbare Reisen zu Wasser und Lande. Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen"), die 1786 erstmals erschien.

Münchhausen selbst war mit der Veröffentlichung seiner Geschichten überhaupt nicht einverstanden. Sie brachten ihm nichts als Ärger ein, mutierte er doch dadurch immer mehr zu einem "Lügenbaron" - eine wenig schmeichelhafte Titulatur für einen Edelmann.

Der durch die Scheidung von seiner zweiten, knapp 60 Jahre jüngeren Frau im Jahr 1795 verarmte Baron starb einsam an "Krampf und Schlagfluss".

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