Gesundheit : Fremdenfeindlichkeit: Zahl rechtsextremer Studierender wächst

Die Zahl Studierender mit national-konservativen und fremdenfeindlichen Ansichten wächst nach Angaben der Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz seit fünf Jahren deutlich. An ostdeutschen Fachhochschulen zählten mittlerweile acht Prozent der Studentinnen und Studenten zu dieser Gruppe, an westdeutschen Universitäten vier Prozent, sagte der Soziologe Tino Bargel von der Arbeitsgruppe.

An Hochschulen seien extrem rechte Gedanken "in eine akademische Welt getaucht", sagte Bargel. National-konservative Studierende erschienen nicht in Springerstiefeln und mit kahlrasiertem Schädel auf dem Campus. Doch sei ihre wachsende Zahl seit Mitte der neunziger Jahre auffällig. Seither ordneten sich immer mehr Studentinnen und Studenten als national-konservativ und damit als deutlich rechts von der CDU ein. So sei die Zustimmung zu typisch national-konservativen Grundgedanken wie "Begrenzung der Zuwanderung" und "Abwehr von kultureller Überfremdung" gewachsen.

Demokratische Grundprinzipen wie Meinungsfreiheit und Ablehnung von Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung seien in dieser Gruppe nicht so fest verankert wie in anderen. Zwar seien die weitaus meisten Studentinnen und Studenten sattelfeste Demokraten, sagte Bargel. Doch habe auch die Zahl jener deutlich zugenommen, die extrem rechten Gedanken neutral begegnen. Dabei gebe es starke regionale Unterschiede: An westdeutschen Universitäten verhalten sich laut Studie sechs Prozent der Hochschüler neutral, an ostdeutschen Fachhochschulen 17 Prozent. Dabei neigten Männer, zumal wenn sie Verbindungen angehören oder bei der Bundeswehr waren, dem national-konservativen Spektrum häufiger zu als Frauen. "Nationalisten und Rechte erhalten ihr Gewicht zum Teil durch das Schweigen der anderen", sagte Bargel.

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