Gesundheit : Friedrich Karl Kaul: Gerichte streiten weiter um Kaul

Robert Ide

Die Kontakte der westdeutschen Linken zu Friedrich Karl Kaul sorgen noch heute für Zündstoff. In kürzlich aufgetauchten Stasi-Protokollen sind Briefwechsel des Rechtsanwalts und heutigen Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele mit Kaul enthalten. In den Dokumenten, die dem Tagesspiegel vorliegen, bittet Ströbele den Ost-Berliner Kollegen mehrmals um Hilfe. Am 9. April 1975 schrieb Ströbele an Kaul, um ihn als Mitverteidiger in einem Beleidigungsverfahren zu gewinnen. Nach Rücksprache mit der Staatssicherheit schlug Kaul vor, sich als Sachverständiger laden zu lassen. Als Ströbele, der damals auch RAF-Mitglieder vertrat, drei Monate später der Entzug seiner Anwaltszulassung drohte, wandte er sich wieder an Kaul.

Angesichts der Protokolle folgerte die "Welt am Sonntag", Ströbele habe sich "bei der Verteidigung von Terroristen vom DDR-Regime unterstützen lassen". Der Politiker zog dagegen vor das Berliner Landgericht und erwirkte im März eine einstweilige Verfügung gegen die Zeitung. Bestimmte Zitate aus der Akte dürfen nun nicht mehr verbreitet werden. Für den Briefwechsel der beiden Anwälte gilt das nicht. Schließlich hatte Ströbele Kontakte zu Kaul eingeräumt.

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