Gesundheit : Frischekur fürs Herz

Ärzte spritzen Infarkt-Patienten Stammzellen aus Knochenmark

Paul Janositz

Stammzellen können Herzinfarkt-Patienten helfen. Das legen erste Ergebnisse einer Studie des Kardiologen Bodo Strauer nahe. 34 Patienten waren am Düsseldorfer Uniklinikum körpereigene adulte Stammzellen in die Herzkranzgefäße gespritzt worden. Stammzellen sind die Vorläufer aller spezialisierten Zellen und kommen bei Erwachsenen zum Beispiel noch im Knochenmark vor. Bereits in den ersten drei Monaten hätten sich zerstörtes Gewebe erholt und die Durchblutung deutlich gebessert, sagte Strauer.

Doch welchen Anteil hat die Stammzellenzufuhr daran, dass die Herzen der Infarkt-Patienten wieder besser arbeiten? Das lässt sich nicht genau sagen, meint Kristof Graf, Oberarzt am Deutschen Herzzentrum in Berlin. Denn am Düsseldorfer Klinikum gibt es keine Vergleichsgruppe, die lediglich die Standardtherapie nach Infarkt erhält. Dabei werden zunächst das verschlossene Gefäß per Ballonkatheter eröffnet und eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. Medikamente oder Schrittmacher unterstützen dann das angeschlagene Organ beim Pumpen.

„Es wäre schön, wenn die Besserung der mit Stammzellen behandelten Patienten nicht nur auf gute Betreuung zurückgeht“, sagt Graf. Dieser Effekt sei bei Studien häufig zu beobachten, da die Patienten besonders sorgfältig untersucht würden und die Therapiemaßnahmen sehr motiviert befolgen würden. Die Zahl der Patienten sei zu gering, um zuverlässige Aussagen machen zu können, sagt Michael Wiedemann, Oberarzt am Vivantes Klinikum Urban.

Große Zahlen bietet eine Studie des Frankfurter Kardiologen Andreas Zeiher. In diversen Zentren werden 400 Infarkt-Patienten behandelt. Die eine Gruppe erhält die Standardtherapie, die andere zusätzlich Injektionen mit Stammzellen aus dem Knochenmark. Bis Ende des Jahres sollen Ergebnisse vorliegen. Dann wird man die Stammzell-Therapie besser beurteilen können.

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