Gesundheit : Früherkennung nützt

Weniger Todesfälle durch Brustkrebs in den USA

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Der Nutzen der BrustkrebsFrüherkennung (Mammografie-Screening) ist umstritten. Untersuchungen förderten zutage, dass der Überlebensvorteil geringer ist, als allgemein angenommen. Jetzt aber kommt eine im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte amerikanische Studie zu einem anderen Ergebnis. Sowohl die Brustkrebs-Früherkennung als auch neue Medikamente haben nach Ansicht der Forscher dazu beigetragen, dass die Rate der Brustkrebs-Todesfälle in den USA von 1990 bis 2000 um ein Viertel zurückging.

Sieben Forscherteams mit insgesamt 43 Wissenschaftlern unter Leitung von Donald Berry vom M.D. Anderson Cancer Center in Houston versuchten mit jeweils eigenen Methoden, den Anteil von Früherkennung und Behandlung an der Senkung der Sterblichkeit zu ermitteln. Ihre Ergebnisse fielen unterschiedlich aus, weisen aber in die gleiche Richtung. Danach senkte die begleitende Chemotherapie und die Hormonbehandlung mit Tamoxifen die Sterblichkeit zwischen zwölf und 21 Prozent (im Mittel 19 Prozent). Der Anteil der Früherkennung lag zwischen sieben und 23 Prozent (im Mittel 15 Prozent). Die größere Schwankungsbreite bei der Früherkennung ist ein Zeichen dafür, dass es schwierig ist, ihren Nutzen richtig einzuschätzen.

Donald Berry, Leiter der Studie, hatte bislang Zweifel am Nutzen der Früherkennung durch das Röntgen der Brust. „Jetzt hat sich meine Sicht ein wenig geändert“, sagte Berry nun. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Mammografie die Sterblichkeit senkt, während der Nutzen der Begleittherapie eindeutig gesichert ist.“ Frauen sollten über den Nutzen, aber auch über die Risiken der Mammografie aufgeklärt werden. An einer ausgewogenen Aufklärung hapert es nach Ansicht von Kritikern auch bei uns. Das Hauptproblem: In neun von zehn Fällen wird falscher Alarm gegeben. Was im Röntgenbild wie Krebs aussieht, ist in Wirklichkeit keiner. wez

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