Gesundheit : Fünf Stufen bis zum Mathe-Ass

Anja Kühne

Von welchen persönlichen Merkmalen hängt am meisten ab, wie gut ein Schüler beim Pisa-Mathematiktest abschneidet? Die Forscher kamen schon nach Pisa 2000 zu dem Schluss: Die mathematische Grundbildung hängt eng mit der Lesekompetenz zusammen. Das Lesen ist die Schlüsselqualifikation für den Wissenserwerb auch in der Mathematik.

Schüler aus sozioökonomisch schwachen Verhältnissen haben aber insgesamt größere Schwierigkeiten im Umgang mit Texten. Wer ihre Mathematikleistungen verbessern will, wird daher zuerst bei der Lesekompetenz ansetzen müssen, heißt es. Das zweite entscheidende Persönlichkeitsmerkmal ist das Geschlecht. Die Forscher gehen jedoch keineswegs davon aus, dass Mädchen das Mathe-Gen fehlt. Vielmehr sei ein Teil der „kognitiven Grundfähigkeiten“ über das „Selbstkonzept der mathematischen Begabung“ vermittelt. Hier habe die Pädagogik anzusetzen.

Die Pisa-Studie will nicht nur testen, ob die Schüler mathematische Regeln und Verfahren beherrschen. Es geht um mehr, um die Mathematical Literacy, die mathematische Lesefähigkeit der Schüler. Mathematik ist aus Sicht der Forscher „ein wesentlicher Inhalt unserer Kultur“, „eine Art von Sprache, die von den Schülerinnen und Schülern verstanden und funktional genutzt werden sollte“. Es geht um einen „verständnisvollen Umgang mit Mathematik“, um die „Fähigkeit, mathematische Begriffe als Werkzeuge in einer Vielfalt von Kontexten einzusetzen“.

Die Forscher teilen die Schüler bei der Pisa-Studie in fünf Kompetenzstufen ein:

Stufe I: Rechnen auf Grundschulniveau. Die Schüler können arithmetisches und geometrisches Wissen auf Grundschulniveau abrufen, wenn die Aufgabenstellung standardisiert ist.

Stufe II: Elementare Modellierungen. Die Schüler verfügen ebenfalls nur über die Wissensinhalte der Grundschulmathematik, „können unter mehreren möglichen Lösungsansätzen den passenden finden, wenn durch Graphiken, Tabellen, Zeichnung eine Struktur vorgegeben ist“.

Stufe III (Standard mathematischer Grundbildung): Modellieren und begriffliches Verknüpfen auf dem Niveau der Sekundarstufe I: Diese Schüler verfügen „über einfache Wissensinhalte der Sek I, also über den Standardstoff der Lehrpläne aller Schulformen. Sie können Konzepte aus unterschiedlichen mathematischen Bereichen verknüpfen und zur Lösung von Problemstellungen nutzen, wenn visuelle Darstellungen den Lösungsprozess unterstützen“.

Stufe IV: Umfangreiche Modellierungen auf der Basis anspruchsvoller Begriffe: Die Schüler sind in der Lage, im technischen Bereich umfangreiche Verarbeitungsprozesse aufzubauen und „offene Modellierungsaufgaben“ zu bewältigen, bei denen man unter vielfältigen Lösungswegen einen eigenen finden muss.

Stufe V: Komplexe Modellierung und innermathematisches Argumentieren: Die Schüler können auch sehr offen formulierte Aufgaben bewältigen, bei denen ein Modell frei gewählt oder selbst konstruiert werden muss.

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