Gesundheit : Für Deutsch als Sprache der Wissenschaft

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Auf wissenschaftlichen Veranstaltungen mit ausschließlich deutschen Teilnehmern sollte auf Deutsch vorgetragen und diskutiert werden. Wenn deutsche Forscher internationale Kongresse organisieren, sollten sie Zweisprachigkeit gewährleisten und für Simultanübersetzungen sorgen. Auch Lehrveranstaltungen an Hochschulen müssten in der Landessprache gehalten werden – und nicht in Englisch. Alles selbstverständlich? Keineswegs, klagen drei Wissenschaftler aus Berlin und München, die jetzt „Sieben Thesen zur deutschen Sprache in der Wissenschaft“ an Wissenschaftsorganisationen, Politiker und Sprachgesellschaften verschickt haben. Zunehmend werde in Deutschland auch im internen Dialog und auf nationalen Tagungen „ausschließlich auf Englisch verhandelt“.

Deutsche Wissenschaftler könnten aber meist nicht gut genug Englisch, um komplexe Zusammenhänge zu vermitteln. Damit verabschiedeten sie sich aus der inhaltlichen Gestaltung ihrer Disziplin und gefährdeten die Weiterentwicklung der deutschen Wissenschaftssprache, heißt es in dem Aufruf. Den drei Erstunterzeichnern, dem Münchner Immunologen Ralph Mocikat, dem Berliner Kinderchirurgen Wolfgang Haße (Freie Universität) und dem Direktor am Umweltbundesamt Hermann Dieter haben sich bislang 39 Natur und Geisteswissenschaftler angeschlossen. Darunter sind der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Hans-Olaf Henkel, und die Präsidentin der Universität Viadrina, Gesine Schwan.

Anlass, die Thesen jetzt zu veröffentlichen, sei die Ausschreibung des Exzellenz-Wettbewerbes durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, sagt Immunologe Mocikat. Alle Anträge sollen auf Englisch gestellt werden. Das Argument, dass viele wissenschaftliche Projekte international vernetzt sind und Englisch deshalb Lingua franca ist, lässt Mocikat nicht gelten. Früher hätten Gastwissenschaftler einfach Deutsch gelernt. -ry

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