Gesundheit : Für Informatik begeistert

Positive Bilanz zum Ende des Wissenschaftsjahres

Paul Janositz

Der Zeitpunkt war gut gewählt. Das Ende des Informatikjahres gerade an dem Tag zu feiern, an dem der erste deutsche Gipfel zur Informationstechnologie (IT) stattfand. So machte Forschungsministerin Annette Schavan auf dem Weg vom Gipfelort Potsdam zum Kanzleramt einen Zwischenstopp im Congress-Center am Alexanderplatz, um vor 400 Zuhörern ein Resümee des Wissenschaftsjahres zu ziehen, des ersten in ihrer Amtszeit als Ministerin.

Auf bundesweit rund 1500 gut besuchten Veranstaltungen sei es gelungen, Begeisterung für die Informatik zu wecken. Beispielhaft erwähnte Schavan die Präsentationen rund ums Formel-I-Rennen auf dem Nürburgring, beim Robocup, der Weltmeisterschaft der Fußball-Roboter in Bremen, oder auf dem Wissenschaftsschiff zum Thema Sport und Informatik. „Viele junge Menschen interessieren sich jetzt für die Informatik“ sagte Schavan. Besonders wichtig ist es ihr, die Frauen zu gewinnen, von denen es derzeit zu wenige in der Informatik gebe.

Über mangelnden Nachwuchs in der IT-Branche hatten der Ministerin zufolge bereits die im Potsdamer Hasso-Plattner-Institut versammelten Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik geklagt. „Derzeit gibt es jedes Jahr fünf Prozent weniger Anfänger beim Informatik-Studium“, sagt Schavan. Sie hofft nun auf einen ähnlichen Effekt wie nach dem Jahr der Physik, das 2000 stattgefunden hatte. Seitdem sei die Zahl der Studienanfänger in diesem als schwierig geltenden naturwissenschaftlichen Fach um 60 Prozent gestiegen. „Wie schaffen wir es außerdem, dass nicht die Hälfte der Anfänger abbricht, dass das Studium nicht im Schnitt acht Jahre dauert?“ fragte Schavan. Effektivere Organisation des Studiums und Eliteförderung sollen helfen.

Doch viele Studierende brechen die akademische Ausbildung auch ab, weil sie bereits gute Jobangebote oder erfolgversprechende Geschäftsideen haben. Für sie soll es mehr Angebote für Qualifikation und Weiterbildung geben.

Dabei dürfte auch das Thema wichtig werden, das Wolfgang Wahlster in seinem Festvortrag als inhaltliche Klammer zum kommenden „Jahr der Geisteswissenschaften“ bezeichnete. Der wissenschaftliche Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken sprach über Semantik. Nach diesem geisteswissenschaftlichen Begriff geht Sprache über das gesprochene oder geschriebene Wort hinaus und umfasst auch Inhalt, Sinn und Bedeutung von Bildern und Gesten.

„Die Sprache der Computer an die menschliche Sprache anpassen“, so definiert Wahlster, 2001 mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet, seine „humanistische Zielsetzung als Informatiker und Ingenieur“. Die Computerlinguistik, die sich mit der maschinellen Verarbeitung natürlicher Sprachen beschäftigt, bilde dabei die Brücke zwischen Informatik und Geisteswissenschaften. Es sei das einzige Fach, das sich am Jahr der Informatik beteiligt habe und nun auch beim Jahr der Geisteswissenschaften mitwirke.

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