Gesundheit : Für Mathematik-Genies

Der Abel-Preis ist so wichtig wie der Nobelpreis

Paul Janositz

Eine wichtige Entscheidung ist jetzt in Berlin gefallen, genauer gesagt im Grunewald, in der Residenz des norwegischen Botschafters Björn Tore Godal. Dort traf sich das fünfköpfige, international zusammengesetzte Komitee, das im Auftrag der Norwegischen Akademie der Wissenschaften den Abel-Preisträger 2006 bestimmen sollte. Sein Name wird aber erst am 23. März in Oslo bekannt gegeben, die Verleihung durch König Harald erfolgt am 23. Mai.

Beim Abel-Preis handelt es sich um die bedeutendste Auszeichnung im Bereich der Mathematik, „vom Rang her mit dem Nobel-Preis vergleichbar“, sagte Akademie-Präsident Ole Didrik Laerum in Berlin. Da Alfred Nobel die Mathematik nicht wie Chemie oder Physik als preiswürdiges Fachgebiet angesehen hat, gibt es unter den alljährlich in Stockholm gekürten Wissenschaftsheroen keine Mathematiker. Diesem Manko half die norwegische Regierung ab, indem sie vor vier Jahren den Abel-Preis für herausragende mathematische Leistungen ins Leben rief, der mit sechs Millionen norwegischer Kronen (750 000 Euro) dotiert ist.

Dass der Preis gerade 2002 eingerichtet wurde, war kein Zufall, denn damals feierte man den 200. Geburtstag des Norwegers Niels Henrik Abel, einem der größten Mathematiker des 19. Jahrhunderts, wie Laerum sagte. Abels Leben war auch ein ständiger Kampf gegen die Krankheit, denn der Sohn eines Pfarrers litt an Tuberkulose. Er starb schon 26-jährig. Sein Tod war auch ein Verlust für Berlin, da Abel zum Professor an die Berliner Universität berufen werden sollte.

Fünf Monate lang hatte sich Abel während einer Europareise in Berlin aufgehalten, gefördert von August Leopold Crelle. Der Ingenieur veröffentlichte in seinem mathematischen „Journal“ wichtige Ergebnisse Abels, speziell über elliptische Funktionen, wie Wissenschaftshistoriker Eberhard Knobloch, TU Berlin, ausführte. Die in nur vier Monaten ausgearbeiteten sechs Beiträge Abels erwiesen sich als Höhepunkte der Mathematik.

Dass Abel trotz seines kurzen Lebens solche Ergebnisse erzielen konnte, lag auch daran, dass sein Genie recht früh von seinem Lehrer erkannt wurde. Da ist es erfreulich, dass die norwegische Botschaft einen „Mini-Abel-Preis“ für Berliner Schüler der 9./10 Klasse gestiftet hat. „Er wird in der TU am 6. Mai, dem diesjährigen Tag der Mathematik, übergeben“, sagte Dietmar Göbel von der Technischen Fachhochschule Berlin. Als Gewinn gibt es eine Reise zur Preisverleihung in Oslo.

Infos unter:

www.abelprisen.no/en

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