Gesundheit : Gefahr fürs Herz nur bei Vioxx? Neue Studie: Risiko bei Alternativmittel niedriger

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Eher schonend für den Magen, aber schlecht fürs Herz – das war der Grund dafür, dass das als AspirinErsatz eingesetzte Schmerzmittel Rofecoxib (vermarktet als „Vioxx“) vom Hersteller Merck vom Markt genommen wurde. Sofort stellte sich die Frage, ob andere Medikamente aus der gleichen Gruppe mit Namen Cox-2-Hemmer ebenfalls Herzattacken provozieren können. Das kann eine neue amerikanische Studie nun aber nicht bestätigen – die (Neben-)Wirkung aufs Herz scheint von Substanz zu Substanz unterschiedlich zu sein und nicht allen Cox-2-Hemmern anzuhaften.

Stephen Kimmel und sein Team von der Universität von Pennsylvania befragten Patienten, die ihren ersten Herzinfarkt hinter sich hatten, nach ihrer Medikamenteneinnahme und verglichen die Ergebnisse mit denen gesunder Studienteilnehmer. Ergebnis der in der Online-Ausgabe des Fachblatts „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichten Untersuchung: Wer vor seinem Infarkt Rofecoxib (Vioxx) eingenommen hatte, dessen Risiko für eine Herzattacke war dreimal größer als das von Patienten, die das Konkurrenzprodukt Celecoxib („Celebrex“) verschrieben bekommen hatten. Überraschend war, dass Celecoxib-Einnehmer nur ein halbiertes Infarktrisiko hatten – ein Effekt, den Studienleiter Kimmel aber als „Zufallstreffer“ einstuft.

Die Studie bestätigt zwar einen Trend, aber einen Grund für eine Entwarnung sei sie noch nicht, kommentiert Axel Finkh von der Harvard Medical School in Boston die Studie. Man brauche dringend weitere Untersuchungen. wez

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