Gesundheit : Gehirn-Krankheiten: Embryonale Stammzellen gefragt

Der Bonner Forscher Oliver Brüstle möchte menschliche embryonale Stammzellen aus den USA importieren, um damit Therapien für Gehirn-Krankheiten zu entwickeln. "Wir haben eine ärztliche Verantwortung, neue Therapien zu suchen für Krankheiten, für die es bisher wenig Heilungschancen gibt", sagte der Wissenschaftler am Institut für Neuropathologie der Universität Bonn.

Er ist einer der ersten Wissenschaftler in Deutschland, der mit menschlichen embryonalen Stammzellen forschen will. Bereits 1999 hatte er bei einem Tierversuch mit Embryozellen Erfolg. Der Forscher hatte damals Stammzellen von Mäuseembryonen in das Gehirn und Rückenmark von Ratten eingepflanzt, die einen genetischen Defekt aufzeigten: Ihren Nervenzellen fehlte die schützende Myelinhülle. Mit Hilfe der Stammzellen konnte diese Myelinschicht aufgebaut werden. Für seine Arbeiten erhielt Brüstle im März den mit 100 000 Mark dotierten Benningsen-Förder-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nun hat er nach eigenen Angaben bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft einen Antrag auf finanzielle Unterstützung für ein neues Forschungsvorhaben gestellt. Mit Hilfe der embryonalen Stammzellen will er untersuchen, ob Spenderzellen zu Transplantationszwecken im Gehirn und Rückenmark gewonnen werden können.

Forscher in den USA und anderen Ländern seien deutschen Kollegen weit voraus, sagte Brüstle. Es wäre eine "Fehlentscheidung, wenn wir uns in Deutschland gegen diese Forschung entscheiden würden". In Deutschland ist zwar die Gewinnung von Stammzellen aus menschlichen Embryonen verboten, nicht aber die Arbeit damit. Forscher hoffen, damit Ersatz für zerschlissenes Gewebe züchten zu können. Dies soll dereinst Multiple Sklerose- und Parkinsonkranken helfen oder Diabetikern.

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