Gesundheit : Gelebte Geschichten

Noch sechs Tage: Wer eine Reise oder ein Fest gewinnen, wer gedruckt oder gesendet werden möchte, muss sich sputen

Nadja Bleiber

ERZÄHL MIR WAS – DER WETTBEWERB IM TAGESSPIEGEL

Wer erlebt nicht gerne spannende Geschichten? Im wirklichen Leben oder in der Vorstellung. Sie haben keinen Urlaub bekommen oder können sich keine weite Reise leisten? Kein Problem. Stift in die Hand und einfach losgedacht.

Kennen Sie zum Beispiel den Geist des Cheops? Oder den Raub am Schnotzigen? Das sind zwei Titel von Geschichten, die sich Leser für den diesjährigen Erzählwettbewerb ausgedacht haben. Sie haben ihre Geschichten auf Kassette oder CD aufgenommen und an den Tagesspiegel geschickt. Die drei besten Erzählungen, die bis zum 13. Juli abgeschickt werden, druckt der Tagesspiegel und sie werden auf DeutschlandRadio Berlin gesendet. Die besten Erzähler können in einer Erzählwerkstatt am 12./13. September mit Dozenten an ihren Geschichten und ihrem Vortrag feilen und am 21. September beim „Erzählfest“ im Ethnologischen Museum auftreten.

Unsere Partner stiften viele attraktive Preise, darunter eine dreitägige „Reise durch das Leben“ am Glubigsee (Katrin Rohnstock Erzählakademie), ein eßkultur-Fest für 30 Personen im Beduinenzelt, eine Jahreskarte für die Staatlichen Museen, Erzählseminare, Märchenfrühstücke für Schulklassen, eine elektronische Tafel SMART Board, Schnupperpraktika für Schüler, Hörbücher, Bücher, Menü-Gutscheine …

Vielleicht haben Sie ja etwas Aufregendes erlebt – oder etwas, das mit einer kleinen Änderung im Ablauf noch spannender wäre. Oder Sie denken sich etwas ganz Neues aus. Bei dem Wettbewerb sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Nur das Motto muss passen: „Gerettet“, „Entdeckt“ oder „Erwischt!“. Ob Sie die Liebesbriefe ihrer Großmutter entdeckt haben, beim Schummeln in der Schule oder beim Fluchtversuch aus der DDR erwischt wurden, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache, es fesselt den Zuhörer.

Denn mindestens so interessant wie Geschichten zu erleben, ist es, sie anderen zu erzählen. In gespannte Gesichter zu sehen, wenn der Stier zum Angriff ansetzt. Oder in mitfühlende, wenn der Liebhaber stirbt. Vielleicht erzählen Sie auch gerne witzige oder skurrile Geschichten, die ganz plötzlich eine unerwartete Wendung nehmen. Erzählungen entstehen häufig aus dem wirklichen Leben, wie die Geschichte einer jüdischen Frau, der Großmutter eines Lesers, die mit fast siebzig Jahren in den Untergrund geht, als die Nationalsozialisten kommen, um sie zu enteignen. Oder sie sind von der Wirklichkeit inspiriert. Eine Leserin erzählt, wie die merkwürdigen Mitglieder einer Hausgemeinschaft einen Hausmeister beim Kartenspiel mit einem Toten erwischen. Für einen Schüler wird schon die nächtliche Lust auf ein Glas warmen Kakao zum nervenaufreibenden Krimi, weil die Eltern im Nebenzimmer sitzen und ihn nicht entdecken dürfen. Aus scheinbar nebensächlichen Begebenheiten lassen sich mit etwas Erzählgeschick kleine Meisterwerke formen. Persönliche Erlebnisse aus der Jugend oder ehemalige Liebhaber – vieles eignet sich als Rohmaterial für eine Geschichte.

Beim Schreiben oder freiem Erzählen können dann ungeahnte Fähigkeiten zum Vorschein kommen – hat man erst einmal angefangen. Ob Sie die Geschichten zuerst aufschreiben oder mündlich erzählen, können Sie entscheiden. Für die Jury brauchen wir sie auf Papier und auf Kassette oder CD, da bei der Bewertung auch der Höreindruck zählt (bitte an: Der Tagesspiegel, Redaktion Wissen, Stichwort Erzählwettbewerb, 10876 Berlin).

Natürlich muss an jeder Geschichte noch gefeilt werden. Kaum jemand schafft es auf Anhieb, die perfekte Erzählung zu schreiben oder vorzutragen. Aber eins ist sicher: In jedem Leben, in jedem Kopf steckt etwas, was sich lohnt, anderen zu erzählen. Und noch sind dafür sechs Tage Zeit.

Mehr Informationen im Internet:

www.tagesspiegel.de/erzaehlwettbewerb

oder unter Tel.: 030 / 26009-361.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben