Gesundheit : Genbremse macht Hunde klein

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Vom Zwergspitz bis zur Deutschen Dogge – kein anderes Säugetier kommt in so unterschiedlichen Größen daher wie der Hund. Was den Wuchs des Canis familiaris genetisch bestimmt, hat ein internationales Forscherteam jetzt im Erbgut von 3221 Zuchthunden 143 verschiedener Rassen ermittelt. Im Wissenschaftsjournal „Science“ (Bd. 316, S. 112) stellt die Gruppe um Elaine E.A. Ostrander am National Human Genome Research Institute in Bethesda bei Washington die genetische Wachstumsbremse vor.

Demzufolge bremst eine DNA-Sequenz neben dem IGF1-Gen das Wachstum kleiner Hunderassen. Das Wachstumsgen IGF1 spielt auch bei der Größe von Menschen, Mäusen und anderen Organismen eine Rolle. „Alle Hunde unter zehn Kilogramm haben die (Brems-)Sequenz“, erläuterte der Biologe Gordon Lark von der Universität Utah. Zu denken gibt den Forschern allerdings, dass auch Rottweiler, eine große Hundeart, mit der Wachstumsbremse ausgestattet sind. Das bedeute, dass möglicherweise noch andere Faktoren Einfluss auf die Größe haben. Fest stehe, dass alle Hunde von Wölfen abstammen, die etwa vor 15 000 Jahren erstmals vom Menschen domestiziert wurden. Kleine Hunde gibt es laut Lark seit mindestens 12 000 Jahren. Ob sie von einem zu klein gewachsenen Wolf abstammen oder absichtlich auf kleinen Wuchs gezüchtet wurden, lasse sich bisher noch nicht erkennen. dpa

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