Gesundheit : Gene des Höhepunkts

Fähigkeit zum weiblichen Orgasmus wird vererbt

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Ob und wie oft eine Frau beim Sex einen Orgasmus erlebt, hängt auch von den Genen ab. Das ist das Ergebnis einer Studie, die britische Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society: Biology Letters“ veröffentlicht haben. Die Wissenschaftler werteten die Fragebögen von mehr als 4000 Frauen aus, darunter vielen Zwillingen. Der Vergleich zwischen eineiigen (genetisch identischen) und zweieiigen Zwillingsfrauen ergab: Die Fähigkeit zum Orgasmus ist hochgradig angeboren, und das nicht nur beim Sex mit einem Partner (Erblichkeit: 34 Prozent), sondern auch bei der Selbstbefriedigung (45 Prozent). Nur 14 Prozent der Frauen erlebt beim Sex jedesmal einen Orgasmus, während 16 Prozent nie zum Höhepunkt kommen.

Wie die Gene die Fähigkeit zum Orgasmus bei manchen Frauen erleichtern und bei anderen erschweren, ist ungeklärt – ebenso wie viele Gene involviert sein könnten. Die Entdeckung aber, dass das Erbgut am Orgasmus der Frau beteiligt sind, wirft die Frage auf nach dessen evolutionärer Funktion.

Eine Theorie besagt: Mit dem Orgasmus wählt die Frau einen für sie geeigneten Mann aus. Männer, so die Spekulation, die ihre Frau zum Orgasmus bringen, seien einfühlsamer und somit auch bessere Väter. Bestätigt wird diese Vorstellung von der Beobachtung, dass es während des Orgasmus zu Muskelzuckungen der Scheide kommt, die das Sperma des Mannes zur Gebärmutter führen und so eine Befruchtung fördern.

Skeptiker jedoch betrachten den Höhepunkt der Frau eher als eine Art Abfallprodukt des männlichen Orgasmus: Ähnlich wie die Warze des Mannes habe der weibliche Orgasmus keine entwicklungsgeschichtliche Funktion. Er ergäbe sich vielmehr daraus, dass sich eine Erfindung der Natur, für den Mann gedacht, nebenbei auch auf die Frau übertragen hat. Die neuen Ergebnisse scheinen diese Theorie zu bestätigen: Wenn ein großer Teil der Frauen öfters keinen Orgasmus hat, so die Überlegung, dann kann er auch nicht so wichtig sein – zumindest für die Vermehrung. bas

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