Gesundheit : Genom-Forschung: Später Anschub (Kommentar)

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Nun will Deutschland also doch noch ein Stück vom Genom-Kuchen abhaben. Um saftige 54 Millionen Mark hat das Forschungsministerium die Mittel für die Erforschung genetischer Baupläne für das Jahr 2001 aufgestockt. Bisher haben die Deutschen allenfalls schüchtern an der Kruste geknabbert, während in den Vereinigten Staaten ehrgeizige Wissenschaftler und Biotechnik-Unternehmen Milliarden Dollar in die Entzifferung und Erforschung genetischer Baupläne steckten. So ist es nicht verwunderlich, dass die großen Genomfirmen wie Celera, Incyte und Millenium allesamt in den USA sitzen und mit Informationen aus dem Erbgut Geld verdienen. Ihre Kunden sind Pharmafirmen, die nach neuen Ansatzpunkten für Arzneien suchen. Um die Tatsache, dass die Erbsubstanz ein wichtiges und wachsendes Fundament für die Entwicklung von Medikamenten ist, kommt man auch hier zu Lande nicht mehr herum. Die Entscheidung der Bundesregierung, die Genomforschung und mit ihr die Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern, kommt deshalb nach Jahren des Zauderns zwar spät, ist aber völlig richtig. Anderenfalls wäre der Vorsprung der transatlantischen Konkurrenz noch größer geworden.

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