Gesundheit : Gentechnik: Entwarnung beim Gen-Mais

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Zu den Hauptargumenten gegen die "grüne" Gentechnik zählt die Behauptung, biotechnisch veränderte Pflanzen würden Lebewesen in ihrer Umwelt schädigen. Beispiel dafür ist der in Nordamerika heimische Monarchfalter. Vor zwei Jahren erregte eine Studie großes Aufsehen, nach der die Raupen des Falters durch Pollen von gentechnisch verändertem Mais Schaden nehmen könnten. Jetzt haben Forscher in einer Serie von sechs Untersuchungen keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass der Schmetterling tatsächlich in Gefahr sein könnte. Die Studien wurden vom Fachblatt "PNAS" vorab im Internet veröffentlicht.

Dem Erbgut des "Bt-Mais" wurde das Erbmerkmal für ein natürliches Insektizid eingebaut. Das Gen stammt von dem Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt) und führt dazu, dass Schädlinge wie der Maiszünsler sterben, nachdem sie das Getreide gefressen haben. Das Bt-Insektizid, ein Eiweiß namens Cry, wird in allen Teilen der Pflanze gebildet.

John Losey von der Cornell-Universität im Bundesstaat New York hatte vor zwei Jahren Monarchfalter-Raupen mit Seidenpflanzen-Blättern gefüttert, die zuvor mit Bt-Mais-Pollen bestäubt worden waren. Seidenpflanzen wachsen in der Nähe von Maisfeldern und sind eine Hauptnahrungsquelle der Monarchfalter. Viele Raupen starben daraufhin, was für Fachleute nicht überraschend war - schließlich hatten sie mit der Nahrung ein Insektizid aufgenommen. Die Frage war, ob der Mais auch in freier Natur eine Gefahr für die Schmetterlinge sein würde.

Das verneinen die Forscher jetzt. Zum einen fand sich nur eine Maissorte, die auf Grund ihrer Insektizidvariante den Faltern wirklich zusetzte, und just diese ist noch nicht zugelassen und hat einen Anteil von weniger als zwei Prozent an der Anbaufläche. Außerdem sammelt sich der Maispollen auf den mittleren Blättern der Seidenpflanze, nicht auf den oberen - dort aber sitzen die Raupen. Zudem ist die Zahl der Pollen auf den Blättern zu gering, um den Raupen wirklich gefährlich zu werden.

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