Gesundheit : Gentechnik: Klonen: "Mehr Kunst als Wissenschaft"

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Fast dreieinhalb Jahre ist es nun her, dass Ian Wilmut vom Roslin-Institut der staunenden Welt von der Schöpfung des Klonschafs "Dolly" berichtete. Seitdem sind zwar weitere Säugetiere auf ähnliche Weise produziert worden, aber alltäglich ist das Klonen noch lange nicht. Es ist noch immer ein aufwändiges Verfahren, Tiere mit identischem Erbmaterial zu züchten. Den Forschern geht es darum, Tiere als "Arzneifabriken" oder als potenzielle Organspender herzustellen.

Weil es um kommerziellen Erfolg auf dem Markt geht, bewachen die Labors aber ihre Klonrezepte mit Argusaugen und hüten sie vor den eifersüchtigen Blicken der Konkurrenz. "Mehr Kunst als Wissenschaft" sei das Klonen, sagt Robert Wall vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium. Noch immer wissen die Forscher nicht, welche Prozesse in der Eizelle und im geklonten Embryo im einzelnen ablaufen. Nicht selten ist es nötig, an die 100 Embryonen und mehr herzustellen - also das erwünschte Erbmaterial in eine entkernte Eizelle zu spritzen -, damit am Ende ein einziges geklontes Tier lebend und überlebensfähig zur Welt kommt.

Mit Hilfe der Zellkern-Übertragung wurden bisher Schafe, Ziegen, Kühe und Mäuse geklont. Angeblich ist dem schottischen Spezialisten PPL Therapeutics auch das Klonen von Schweinen geglückt, doch steht eine wissenschaftliche Veröffentlichung noch aus. Ohne Erfolg sind bisher Versuche geblieben, mit dem Zellkern-Transfer Affen zu klonen.

Ebenfalls große Probleme sind noch zu überwinden, um genetisch identische Kopien von Hunden und Katzen herzustellen. Das wünschen sich viele wohlhabende Tierliebhaber vor allem in den USA. Mit ihrem Geld unterstützen sie die Klonforschung - in der Hoffnung, dass ihr Liebling eines Tages aus einer tiefgefrorenen Gewebeprobe wiederauferstehen möge (wenn auch nur als zeitversetzter eineiiger Zwilling). Kostenpunkt fürs Klonen: 400 000 Mark pro Tier.

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