Gesundheit : Geowissenschaften: Schatzsuche und sibirisches Eis

Frank Schubert

Den Zuschauer fröstelt. Gerade dem eisigen Wetter draußen entkommen,wird er im gut geheizten Europa-Center mit sibirischer Kälte konfrontiert. Vor ihm ragt ein übermannshoher, dem sibirischen Dauerfrostboden entwachsener Eiskeil in die Höhe.

Solche Brocken entstehen, wenn Schmelzwasser in Bodenrisse eindringt und gefriert. Sie können fünf bis sechs Meter breit und über 40 Meter hoch werden. Da das Schmelzwasser jedes Frühjahr erneut in die Eisspalten läuft und gefriert, haben die Eiskeile "Jahresringe" - ähnlich den Wachstumsringen der Bäume.

Das erklärt das wissenschaftliche Interesse an ihnen: im Eis der Jahresringe sind nämlich Luftblasen, Staub und organische Reste eingeschlossen, aus denen Informationen zu Temperaturen und Luftzusammensetzungen in längst vergangenen Zeiten gewonnen werden. So war es zum Beispiel möglich, das Klima während der Eiszeit zu rekonstruieren.

Der sibirische Keil ist eines der Exponate der "Science Street", auf der Wissenschaft zum Sehen, Hören und Anfassen geboten wird. Führungen finden mehrmals täglich statt, außerdem gibt es Quiz-Shows und Podiumsdiskussionen. Es wird auch zu einer Reise ins Innere der Erde eingeladen. Eine Computersimulation führt mitten in einen Vulkan. Vorgestellt wird auch ein Computerprogramm, mit dem dreidimensionale Wetterwelten für den Wetterbericht im Fernsehen produziert werden.

Mit einem Geo-Radar kann der Besucher auf "Schatzsuche" gehen. Dabei werden Metallteile unter einer Tischplatte versteckt, die man mit dem Geo-Radar finden muss. Das Gerät spürt Metallgegenstände unter der Erdoberfläche auf und wird genutzt, um unterirdische Rohre und Hohlräume zu orten und den Grundwasserspiegel zu ermitteln. Auch Meteoriten sind ein aktuelles Thema.

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