• Gesellschaftsdrogen: Alkohol, Ecstasy, Cannabis - die Wirkung von Drogen ist medizinisch gut erforscht. Berauschend wie beruhigend

Gesundheit : Gesellschaftsdrogen: Alkohol, Ecstasy, Cannabis - die Wirkung von Drogen ist medizinisch gut erforscht. Berauschend wie beruhigend

Hartmut Wewetzer

Seit Jahrtausenden benutzen Menschen Substanzen aus der Natur, um sich in einen angenehmen Zustand zu versetzen oder leistungsfähiger zu werden. Die moderne Naturwissenschaft ermöglicht uns mittlerweile auch ein tieferes Verstehen des menschlichen Verlangens nach Hochgefühl und Rausch. Sie hat enthüllt, welche chemischen Botenstoffe und zellbiologischen Systeme im Gehirn die Klaviatur der Lüste bedienen.

Am gebräuchlichsten ist Koffein, in Kaffee, Tee, Cola und Kakao enthalten. Koffein muntert auf und steigert die geistige Leistungsfähigkeit. Starker Konsum führt zu Erregungs- und Angstzuständen, Zittern und Schlafstörungen. Koffein gilt als wenig giftig, tödlich sind erst 100 Tassen Kaffee.

Auch das im Tabakrauch enthaltene Nikotin ist ein Stimulans für das Gehirn. Nikotin steigert das geistige Leistungsvermögen, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit. Es macht geistig und körperlich abhängig, und weil es mit dem Tabakrauch aufgenommen wird, kommt es zu verheerenden Gesundheitsschäden. Allein in Deutschland sterben täglich 300 Menschen durch das Rauchen.

Alkohol ist ein Zellgift und macht körperlich und geistig abhängig. Er erzeugt vielfältige Wirkungen im Gehirn, die nicht selten situationsabhängig sind. In geringen Mengen wirkt er entspannend und stimulierend, hinzu kommt eine stimmungs- oder aggressionssteigernde Enthemmung. Je mehr Alkohol man trinkt, umso mehr wird das Gehirn "gedämpft", bis schließlich das Bewusstsein ganz verloren geht. Gewaltverbrechen und Verkehrsunfälle sind nicht selten Ergebnis des Alkoholrauschs, an den vielfältigen körperlichen Folgen des Alkoholmissbrauchs sterben jedes Jahr 40 000 Menschen in Deutschland.

Das in der Jugendszene beliebte Ecstasy ist ein Abkömmling altbekannter Aufputschmittel aus der Gruppe der Amphetamine. Durst, Hunger, Schmerzen und Erschöpfung als Warnzeichen des Körpers werden nicht mehr wahrgenommen, tödliche Erschöpfungszustände durch die körperlich und geistig abhängig machenden Ecstasy-Pillen sind bereits aufgetreten.

Bereits vor 5000 Jahren kauten die Andenbewohner Cocablätter, aus denen das stimulierende und leistungssteigernde Kokain gewonnen wird. Künstler, Musiker und Literaten ließen sich von Kokain anregen. Sigmund Freud kokste, und Hermann Göring und Adolf Hitler sollen es ebenfalls genommen haben. Pro Kopf am meisten Kokain soll heute in Silicon Valley und Wall Street geschnupft werden. Kokain kann zu Herzversagen führen.

Das aus der Hanfpflanze Cannabis gewonnene Blütenharz (Haschisch) und die Blätter (Marihuana) werden seit fünf Jahrtausenden zu Rauschzwecken benutzt. Cannabis beruhigt und euphorisiert, in höheren Dosen treten Trugwahrnehmungen (Halluzinationen) auf. Chronischer Gebrauch soll die geistige Leistungsfähigkeit mindern und zur allgemeinen Abstumpfung führen.

Angst, Anspannung und Unruhe lassen sich mit beruhigenden Tranquilizern (Benzodiazepinen) bekämpfen. Der Übergang von einer sinnvollen, auf kurze Zeit beschränkten Anwendung dieser Psychopharmaka hin zu Missbrauch und Abhängigkeit ist fließend. Langfristig können die schläfrig machenden Tranquilizer Gedächtnis und Denkvermögen schmälern.

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