Gesundheit : So lösen E.coli-Bakterien Entzündungen aus

Die E.coli Bakterien sind Auslöser von Durchfall und Darmentzündungen. Daraus können in schlimmsten Fällen lebensgefährliche Nierenschäden entstehen.

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E.coli ist die Abkürzung für Escherichia coli. Ursprünglich trugen die Bakterien den Namen „Bacterium coli commune“, doch 1919 wurden sie ihrem Entdecker zu Ehren umbenannt: Theodor Escherich, ein deutsch-österreichischer Arzt, setzte mit seiner Forschung einen Meilenstein. Er trug maßgeblich dazu bei, die Ursachen für Durchfallerkrankungen und Harnwegsinfektionen zu bestimmen. Dank Escherich wissen wir, dass die natürliche Darmflora des Menschen, die unter anderem vor Krankheitserregern schützt, aus vielen Mikroorganismen besteht. E.coli ist eines davon und gehört heute zu den am besten erforschten Organismen überhaupt.

Einerseits sind E.coli harmlos und nützlich. Andererseits richten die Bakterien großen Schaden an, sobald sie den Darm verlassen und in die Nieren oder die Blase wandern. Letzteres kann etwa passieren, wenn sie mit dem Stuhl ausgeschieden werden und dann, über eine Schmierinfektion, in die Harnröhre gelangen. E.coli-Bakterien sind die häufigsten Auslöser für Harnwegsinfektionen.

Und dann gibt es auch noch E.coli-Varianten, die nicht Teil der Darmflora sind und die, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden, zu Durchfall führen. Die „guten“ E.coli unterscheiden sich minimal von den pathogenen. Bei direktem Kontakt können Letztere die harmlosen Bakterien negativ beeinflussen, sie durch den Austausch von genetischem Material in Krankmacher verwandeln.

„Alle E.coli-Bakterien sind stäbchenförmig. Sie können sich sehr schnell vermehren, deshalb werden sie häufig für bio- und gentechnische Verfahren genutzt“, sagt Thomas Schneider, Gastroenterologe und Infektiologe an der Charité. Zur Fortbewegung besitzen die Organismen an ihrem Ende eine Geißel – einen Faden, der zu einer Art Propeller werden kann.

Als Auslöser für Durchfall und Darmentzündungen haben vor allem vier E.coli-Varianten Bedeutung, die mit EPEC, ETEC, EIEC und EHEC abgekürzt werden. Für starke Reisedurchfälle sind meist ETEC (enterotoxische E.coli) verantwortlich. Die Bakterien produzieren giftige Stoffe, die die Zellen der Darmschleimhaut beeinflussen und dadurch verhindern, dass diese Wasser und Nahrungsbestandteile ins Blut transportieren können. Stattdessen wird der Darminhalt komplett ausgeschieden. Da sich die Bakterien bei Wärme schnell vermehren, kann man sich mit ihnen am ehesten in heißen Ländern anstecken, in denen verderbliche Speisen nicht konseqent gekühlt werden. Meist schaffen es Erkrankte aus eigener Kraft, mit den Bakterien fertig zu werden. Sie müssen aber darauf achten, sehr viel zu trinken.

Problematischer ist eine Infektion mit EHEC (enterohämorrhagische E.coli), die besonders bei Kindern und älteren Menschen zu einer schweren Erkrankung führen kann. Wenige Bakterien, etwa aus Milchprodukten, genügen, um eine Dickdarmentzündung und manchmal sogar lebensgefährliche Schäden an den Nieren auszulösen.

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