Gesundheit : Gesundheitsmanagement: Von Brandenburg nach Barcelona

Nicola D. Schmidt

Die Europäer werden immer älter. Deshalb steigen auch der Bedarf an medizinischer Versorgung und die damit verbundenen Kosten ständig an. Die veränderte Alterspyramide erhöht somit nicht nur die Herausforderungen an die Medizin, sondern auch an das Management von Krankenhäusern. "Qualifiziertes Führungspersonal wird in diesem Bereich künftig noch stärker gefragt sein als heute", erklärt Ute Borngräber, Direktorin der Universität Kassandra. Um auf diesen Bedarf zu reagieren, bietet die Universität mit Sitz in Barcelona seit Anfang des Jahres den Studiengang "Betriebswirt für Sozial-, Gesundheits- und Krankenhausmanagement" als Bachelor an. Dabei wird ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit detaillierten Kenntnissen der europäischen Gesundheitssysteme kombiniert.

Ursprünglich sollte eine entsprechende Universität für Krankenhausmanagement, wie der Studiengang in Kurzfassung genannt wird, in Brandenburg gegründet werden. Als dieses Vorhaben an finanziellen Engpässen scheiterte, ließ sich Ute Borngräber nicht entmutigen: "Dieser Studiengang war mir sehr wichtig und da dachte ich, warum sollte man nicht nach Spanien gehen? Dort ordnet sich der Gesundheitssektor gerade neu, weil man erkennt, dass die Volksgesundheit rentabel bleiben muss. Daher war man auf höchster Ebene an unserem Projekt interessiert." Gesagt, getan. Es fand sich ein spanischer Träger für die deutsche Bildungseinrichtung und seitdem ist der Sitz des Instituto de Estudios Superiores Kassandra, so der offizielle spanische Name, nicht Brandenburg, sondern Barcelona.

Der Unterricht findet mehrsprachig statt. Die Studenten können sich aussuchen, ob sie auf deutsch, englisch oder spanisch unterrichtet werden wollen.

Ganz neu ist die Idee nicht: In Berlin vermittelt die Evangelische Fachhochschule im Rahmen ihres Studiengangs Pflegemanagement ähnliche Inhalte, hier liegt der Schwerpunkt aber eher auf dem Umgang mit Patienten und weniger auf betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Auch hier ist man an den Aktivitäten der Universität Kassandra interessiert. Marianne Meinhold, Professorin an der Evangelischen Fachhochschule Berlin, strebt eine Kooperation für den Austausch von Praktikumsplätzen an.

Der Studiengang dauert acht Semester plus vier Monate Praktikum in einem europäischen Land eigener Wahl. Eine Akkreditierung liegt noch nicht vor, sowohl in England als auch in den USA befindet man sich noch im Anerkennungsverfahren. Bewerben können sich Abiturienten, die an BWL interessiert sind, aber ein spezielles Interesse am Sozial- und Gesundheitswesen mitbringen. Aber auch Interessenten aus der Praxis und BWL-Studenten mit abgeschlossenem Grundstudium steht der Studiengang offen. Da die private Hochschule Studiengebühren nimmt, kann man sich zudem für eines von fünf Stipendien bewerben.

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