Gesundheit : Gibt es bald ein Hochschul-Pisa? Industriestaaten bereiten

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Gibt es bald einen Pisa-Test auch für Hochschulen? Nach der Aufregung um die Ergebnisse der Leistungsuntersuchung an Schulen hat jetzt Niedersachsens Wissenschaftsminister Thomas Oppermann (SPD) gefordert, diese Untersuchung auf Universitäten und Fachhochschulen auszudehnen. So könne die Ausbildungsleistung der Universitäten gemessen und verbessert werden.

Damit greift Oppermann eine Diskussion bei der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) in Paris auf, bei der auch die Fäden für die Pisa- Schultests zusammenlaufen. Dort haben die 32 Pisa-Mitgliedsstaaten vor drei Wochen erstmals debattiert, wie es nach Pisa weitergehen soll. Doch die Vorstellungen sind noch sehr unterschiedlich, berichtete der internationale Pisa-Chef Andreas Schleicher dem „Tagesspiegel“. Die skandinavischen Länder wollten besonders die Jüngeren in die Qualitätstests einbeziehen. Gedacht ist besonders an die Neunjährigen. Einige Länder wollten alle Altersgruppen berücksichtigen.

Als eine Variante werde besprochen, als nächstes den Schwerpunkt bei den 16- bis 32-Jährigen zu setzen. „Wenn man die Untersuchung allein auf die Hochschulen beschränkt, werden in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich große Gruppen untersucht“, erläutert Schleicher. In Schweden studiere jeder zweite junge Erwachsene, in Deutschland rund 30 Prozent. „Das kann man kaum noch vergleichen. Dabei entstehen dann die gleichen Probleme wie jetzt beim deutschen Gymnasialvergleich.“ Wenn nur eine kleine, stark vorsortierte Gruppe diesen Ausbildungsweg einschlage, führe das zu anderen Resultaten, als wenn der halbe Altersjahrgang diesen Ausbildungsstand erreicht. Sinnvoller sei es für eine Untersuchung deshalb, den Bildungsstand der ganzen Gruppe der 16- bis 32-Jährigen zu untersuchen. Bärbel Schubert

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