Gesundheit : Gibt es einen dritten Übertragungsweg? Frankreichs Landwirtschaftsminister Glavany mahnt zur Vorsicht

Beim Rinderwahnsinn kann nach Einschätzung des französischen Landwirtschaftsministers Jean Glavany ein bislang noch unbekannter Übertragungsweg nicht ausgeschlossen werden. Glavany sagte der Zeitung "Le Monde" vom Sonntag, es müsse mit einem heute noch unbekannten dritten Übertragungsweg gerechnet werden. Bis heute waren die Wissenschaftler von zwei Übertragungswegen ausgegangen: dem von der Kuh auf das Kalb und über die Verfütterung von infiziertem Tiermehl. Der Minister verwies auf die steigende Tendenz von BSE-Fällen bei Tieren, die nach dem Verfütterungsverbot von Tiermehl geboren wurden. Die Möglichkeit des weiteren Übertragungsweges müsse bei der Politik zur Lenkung der Krise bedacht werden. "Von dem Augenblick an, in dem die Wissenschaftler diese Hypothese nicht mehr ausschließen, bin ich es mir schuldig, sie in die Risikopolitik aufzunehmen", sagte der Minister.

Angesichts entsprechender Verbote und Vorsichtsmaßnahmen waren die Experten davon ausgegangen, dass die Zahl der erkrankten Tiere bis zum Jahr 2001 erheblich zurückgehen werde. Es sei nun "entscheidend", wie sich das Auftreten der Krankheit anschließend entwickeln werde, sagte Glavany. Die BSE-Experten versuchen herauszufinden, warum in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Frankreich beinahe so viele BSE-Fälle festgestellt wurden wie insgesamt in den ersten sechs Monaten des Jahres 1999. Bei einer Gesamtzahl von 21 Millionen Rindern gab es seit 1986 in Frankreich insgesamt 94 Fälle von Rinderwahn.

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