Gesundheit : Gleichzeitig mit der Meersehöhe steigt auch die Küste durch Ablagerungen an

Der Wasserspiegel der Nordsee ist in den vergangenen 8500 Jahren um rund 25 Meter gestiegen. Doch ein gewaltiger Keil aus Sand, Torf und Ton schützte Niedersachsen davor, dass sich die Küste in diesem Zeitraum nicht bis nach Hannover vorschob. Die Dicke des Sedimentkeils nahm zeitweilig um einen Zentimeter pro Jahr zu, wie Geowissenschaftler unter Leitung von Hansjörg Streif vom Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung herausgefunden haben. Rund 90 Prozent des abgelagerten Materials stammen aus dem Meer, nur etwa zehn Prozent wurden von Flüssen angespült.

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Vorhaben analysierten die Wissenschaftler die Zusammensetzung von Bodenablagerungen an der Nordseeküste zwischen Emsmündung und Unterweser. Sie werteten dabei die Daten von 23 000 Bodenbohrungen aus. "Es ist erstaunlich, dass der Meerespiegelanstieg in so direkter Relation zur Sedimentablagerung steht", sagte Streif. "Sollte der Meeresspiegel tatsächlich, wie von vielen Forschern erwartet, in den nächsten Jahren beschleunigt ansteigen, so wird dies wiederum durch die Ablagerung von Sedimenten im Deichvorland ausgeglichen werden", vermutet der Forscher.

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