Gesundheit : Gletscherschmelze am Kilimandscharo

Eiskappe schrumpft rasch

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Der Kilimandscharo, das mit 5895 Metern höchste Bergmassiv des afrikanischen Kontinents im Nordosten Tansanias, verliert seine Eiskappe. Infolge der Klimaerwärmung werden die Gletscher in den nächsten 15 Jahren verschwinden, schätzen Forscher der Ohio State University. Seit Anfang der 60er Jahre schrumpfte das Eis schon um 17 Meter – einen halben Meter pro Jahr.

Entstanden sind die Eisablagerungen vor etwa 11 700 Jahren, schreiben der Geologe Lonnie Thompson und sein Team im heute erschienenen Fachblatt „Science" (Band 298, S. 589). Mit Hilfe von Bohrkernen konnten sie die geschichtlich überlieferte Trockenzeit belegen, die sich vor 4000 Jahren nicht nur über das tropische Afrika, sondern auch über Westasien und den Nahen Osten ausdehnte.

Das Eis überstand selbst diese 300 Jahre Niederschlagsmangel. Umso bedenklicher sei die heutige Entwicklung, beklagen die Autoren. Insbesondere in den trockenen Jahreszeiten sowie dann, wenn der Monsunregen zu schwach ausfällt, seien die Anwohner in hohem Maße vom Schmelzwasser abhängig.

Dabei hat das äquatornahe Afrika wesentlich feuchtere Zeiten gesehen. Vor 9500 Jahren hatte zum Beispiel der Tschadsee eine Größe von 350 000 Quadratkilometern. Er war größer als das Kaspische Meer. Heute sind es nur noch 17 000 Quadratkilometer.

Die Wissenschaftler konnten die Klimageschichte an Spurenstoffen in den Bohrkernen ablesen. So führen etwa „nasse“ Jahre zu einer verringerten Ablagerung von Magnesium und Calcium-Kationen sowie Sulfat- und Nitrat-Anionen. gih

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