Gesundheit : Goethe, Galerien, Golden Gate

SARMINA FERHAD

Praktikumsserie: Drei Monate beim Goethe-Institut in der kalifornischen StadtVON SARMINA FERHADSan Francisco ist nicht nur ein sehr beliebtes Reiseziel, sondern auch ein attraktiver Ort für ein Praktikum am Goethe-Institut.Mitten im Herzen der kalifornischen Stadt, direkt neben dem Drachentor, dem Eingang zur Chinatown, liegt das Goethe-Anwesen. San Francisco ist international und dank der verschiedenen Kulturen und Lebensstile sehr lebendig.Viele Europäer haben an diese Stadt ihr Herz verloren und zahlreiche Galerien, Cafés und Restaurants eröffnet.Im Bus in Richtung Japantown entsteht leicht der Eindruck, man befinde sich auf der anderen Seite des Pazifik, während der Spanischkundige im Mission District nur rätseln kann, welche Botschaft die großen Werbeplakate verkünden.Für die Hippies in Haight-Ashbury scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, und im Castro-Viertel gewöhnt man sich schnell an die exponierte Sexualität der Schwulen und an ihre arrivierte Existenz in viktorianischen Villen fernab jeder Subkultur.Inmitten dieses bunten Gemischs bemüht sich das Goethe-Institut um die "Vermittlung deutscher Sprache und Kultur im Ausland". Die ersten Tage im Praktikantendienst dienen der Orientierung.Es gilt zunächst, sich über die Veranstaltungen der kommenden Wochen einen Überblick zu verschaffen.Eine Tournee von Pina Bausch durch Kalifornien steht auf dem Programm, die gemeinsam mit Cal Performances und der Universität Berkeley organisiert wurde.Da Pina Bausch und ihr Wuppertaler Tanztheater ein deutscher Kulturexportschlager sind, hat das Institut ein Rahmenprogramm zusammengestellt.Begleitend zum Tanzereignis "Nur Du" werden Filme gezeigt, die einen Überblick über das Werk der deutschen Choreographin geben.Außerdem ist eine Ausstellung mit Fotografien des Tanzensembles zu sehen.Als Praktikantin werde ich gefragt, ob ich nicht während der Probearbeiten übersetzen könnte, falls Frau Bausch Kommunikationsprobleme hat.Eine wunderbare Gelegenheit, das Stück schon während der Proben zu studieren.Die verdienten Freikarten für die Premiere gibt es, ohne zum Einsatz gekommen zu sein, denn Pina Bausch verständigt sich zwar gewohnt leise, aber ohne Sprachprobleme.Weil die Vorlaufphasen für kommende Kulturveranstaltungen recht lang sind, kann es aber passieren, daß man sich an Vorarbeiten beteiligt, das Ereignis jedoch nicht mehr erlebt. Das Goethe-Institut macht es den Praktikanten nicht unbedingt leicht.Sie müssen die Kosten für eine Auslandskrankenversicherung und diverse Verwaltungsgebühren aufbringen.Für den Flug sollte man rechtzeitig einen Reisekostenzuschuß beim DAAD beantragen.Die Institute zahlen weder eine Praktikumsvergütung, noch stellen sie Zimmer zur Verfügung.Tips ehemaliger Praktikanten helfen dem Neuankömmling über die ersten Tage hinweg.Bei der Quartiersuche wendet man sich an Mitwohnagenturen, und wer in der Stadt nicht fündig wird, kann ins benachbarte Universitätsstädtchen Berkeley ausweichen. Bewerbungsunterlagen für ein Praktikum an einem der 141 über den Globus verstreuten Goethe-Institute versendet die Münchner Zentrale.Wer Interesse hat, sollte aber bei der Auswahl beachten, daß die größeren Institute in den Metropolen besonders begehrt sind und es hier ratsam ist, sich rechtzeitig um einen Praktikumsplatz zu bemühen.Eine Mitarbeit ist an einem der drei Bereiche der Institute möglich: der Programmarbeit, der Pädagogischen Verbindungsarbeit (Sprachkurse und Lehrerfortbildung) oder der Bibliothek.Nach drei Monaten habe ich San Francisco zwar mit ruiniertem Budget, dafür aber mit Blumen im Haar verlassen, die meine Freunde zum Abschied sogar noch besangen.

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