Gesundheit : grenzen-los – Preise für Plakate

Matthias Schlegel

Es war bereits der vierte Plakatwettbewerb, den die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für Studenten an künstlerischen Hochschulen ausgeschrieben hatte. Der diesjährige Wettbewerb aus Anlass des 45. Jahrestages des Mauerbaus trug das doppelbödige Motto „grenzen-los“. Das mag, wie der Verleger Christoph Links in seiner Laudatio zur Preisverleihung am Dienstag in der Universität der Künste (UdK) in Berlin feststellte, den Zugang zur gestalterischen Umsetzung erschwert haben. Dennoch, so Links, wurden „zahlreiche bemerkenswerte Plakate eingereicht, die sich auf hohem inhaltlichen wie künstlerischen Niveau befinden“. Die Leser des Tagesspiegels, Medienpartner des Wettbewerbs, konnten sich auf einer ganzen Zeitungsseite am vergangenen Samstag davon überzeugen.

Karl-Ludwig Otto, UdK-Vizepräsident, und Doris Liebermann, Vorstandsmitglied der Stiftung Aufarbeitung, umrissen eingangs die zeitliche und räumliche Dimension des Themas – das Deutsche in Ost und West betrifft und auch die Nachgeborenen noch angeht.

Heinz-Jürgen Kristahn, Professor für Grafik-Design und visuelle Kommunikation an der UdK, der bereits viermal in der Wettbewerbs-Jury saß, sah diesmal den möglichen „Beginn einer schönen Tradition“. Denn erstmals waren bei der Preisverleihung auch die besten Plakate aus den Vorjahren zu sehen, als Grundstock einer Wanderausstellung, die nun durch die Bundesrepublik reist.

Für Kristahn geht von Berlin damit ein Impuls für Plakatkunst im öffentlichen Raum aus. Ein überfälliges Signal aus der Hauptstadt, wo das politische Plakat so tief verwurzelte Traditionen hat – beginnend mit Käthe Kollwitz über den Fotomontagekünstler John Heartfield bis zum Plakatkünstler Klaus Staeck, dem derzeitigen Präsidenten der Akademie der Künste. Und der Verleger Ernst Litfaß, der dem Plakat einst das Podium gab, war – ein Berliner.

Die Preisträger, Jennifer Pahl von der Universität Osnabrück, Nicole Pechardscheck und Eric Sommerlatte von der UdK sowie Stefan Berg von der Fachhochschule Potsdam, freuten sich über die öffentliche Aufmerksamkeit und, natürlich, über das Preisgeld. Die musikalische Umrahmung war dem Thema gemäß: Die 18-jährige Berliner Gymnasiastin Carolina Eyck „spielte“, begleitet von ihrem Bruder Roman, ein Theremin, ein elektronisches Instrument, das auf Handbewegungen reagiert – berührungslos, gleichsam grenzenlos.

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