Gesundheit : Großhandelsverband fordert neue Berufsbilder statt neuer Förderprogramme

Das von Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) angekündigte Modellprojekt zur individuellen Förderung für beruflich benachteiligte Jugendliche ist von der Wirtschaft mit Skepsis aufgenommen worden. Der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Michael Fuchs, forderte die Bundesregierung im Interview mit ADN auf, neue Berufsbilder zu schaffen, die den theorieschwachen Jugendlichen gerecht werden.

Fuchs betonte, nur Geld in Förderprogramme zu stecken, mache nicht viel Sinn. Jugendliche, die keinen regulären Berufsabschluss schafften, brauchten einen befriedigenden Job und keine Projekte. Sie sollten die Chance bekommen, einen Ausbildungsberuf zu ergreifen, bei dem sie nicht überfordert seien. Wer den Anforderungen der traditionellen Ausbildungen nicht gewachsen sei, sollte die Möglichkeit zu einer verkürzten Ausbildung für einfachere Tätigkeiten etwa im Pflegebereich oder in der Lagerwirtschaft erhalten. Gewerkschaften und Berufsschulen müssten dabei mitspielen.

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, sagte, bis zu 15 Prozent der Jugendlichen seien nicht in der Lage, eine Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen. Dies liege nicht so sehr am zu hohen Niveau der Ausbildung. Die Schuld sei vielmehr im Elternhaus und in der Schule zu suchen. Zwar sei es richtig, dieses gesellschaftliche Problem durch geeignete Hilfen zu lindern. Aber erst wenn die Ursachen objektiv analysiert würden, sei es auch möglich, die notwendigen Veränderungen einzuleiten.

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