Gesundheit : Grüner Star – schleichende Gefahr Neue Verfahren erleichtern

die Früherkennung

Paul Janositz

Das Glaukom („Grüner Star“) ist eine schleichende Erkrankung. Oft merken die Betroffenen sehr spät, dass sie unter erhöhtem Augeninnendruck leiden. Lange Zeit kompensiert das Gehirn den Ausfall von Nervenfasern. Erst wenn mehr als 5000 der insgesamt 1,1 Millionen Fasern des Sehnervs pro Jahr ausfallen, macht sich das bemerkbar.

Wenn der Verlust größer wird, erscheinen die Ränder des Sehfeldes wie abgeschnitten. Im Zentrum schwindet die Sehschärfe später. Studien zufolge kann es bis zu sechs Jahre dauern, bis die Krankheit erkannt wird.

„Dann sind vielleicht schon 40 bis 50 Prozent der Nervenfasern zerstört“, erklärt der Augenarzt Andreas Bayer. Der Schaden ist bereits irreparabel. Günstiger ist die Prognose, wenn der Verlust früher auffällt. Ein Glaukom könnte im Spiel sein, wenn sich ältere Menschen immer wieder an Gegenständen stoßen oder stürzen, ohne gebrechlich zu sein oder an Schwindelanfällen zu leiden.

Am besten sind die Aussichten, wenn die Krankheit früh erkannt wird. Dann kann man mit Medikamenten den erhöhten Druck senken, der im Augeninnern auf die Netzhaut drückt und den Sehnerv schädigt. Der Überdruck im Auge entsteht, wenn etwa das Kammerwasser, das in dem Hohlraum zwischen Hornhaut und Linse ständig gebildet wird, nicht mehr richtig abfließt. Durch Messung des Augeninnendrucks lässt sich das Risiko erkennen. Liegt der Wert höher als etwa 21 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), besteht Glaukom-Verdacht.

Doch die Druckmessung allein reicht oft nicht aus. Auch die Dicke der Hornhaut sollte berücksichtigt werden. Normalerweise ist die Hornhaut zwischen 0,52 und 0,67 Millimeter dick, doch Abweichungen sind möglich. Bei zu dünner Hornhaut liegt der tatsächliche Druck im Augeninnern bis zu fünf Einheiten höher als gemessen. Mit der Ultraschall-„Pachymetrie“ kann der Arzt die Hornhautdicke bestimmen.

Bei empfindlichen Menschen kann der Sehnerv aber auch ohne erhöhten Druck Schaden nehmen. Diese Normaldruck-Glaukome machen bis zu einem Drittel der Fälle aus. Deshalb suchen Ärzte mit dem Augenspiegel nach Schäden an Augenhintergrund und Sehnerv. Unterstützung gibt die Laser- Technik. Mit der „Laser Scanning Tomographie“ lassen sich Netzhaut oder Sehnerv schichtweise erfassen. Das Verfahren macht auch kleinste Schäden sichtbar.

Auch die aktuelle Größe des Gesichtsfeldes kann gemessen werden. Bei der „Perimetrie“ blickt man in ein Gerät, das ein halbkreisförmiges Gesichtsfeld abbildet, und versucht aufleuchtende Lichtpunkte auszumachen. Um das Erkennen von Streifenmustern geht es beim Frequenzverdopplungs-Perimeter, das schon frühe Stadien aufdecken kann. Diese Untersuchungen werden in speziellen Zentren für Augendiagnostik angeboten. Sie müssen allerdings von den Patienten selbst bezahlt werden.

Auch die einfache Glaukom-Vorsorge durch Messung des Augendrucks sowie Untersuchung des Augenhintergrunds wird nicht erstattet. Doch die etwa 16 Euro dürften eine gute Investition sein. Denn das Glaukom führt unbehandelt zur Erblindung. Die Behandlung erfolgt medikamentös. In weniger als fünf Prozent der Fälle muss operiert werden, um den Abfluss des Kammerwassers zu ermöglichen.

Mehr im Internet unter:

www.glaukom.de

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