Gesundheit : Gütesiegel für Berliner Fachhochschule

Nicola D. Schmidt

In den USA ist es längst gang und gäbe: externe Agenturen bewerten die Qualität von Studiengängen und verleihen Gütesiegel. Auch in Deutschland wächst mit der steigenden Anzahl gebührenpflichtiger Studiengänge der Ruf nach Qualitätssicherung. In Berlin hat die Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) nun einen Anfang gemacht: Sie hat ihr deutsch-chinesisches "Master Business Administration Programme" (MBA) auswerten lassen. Bisher wurde die Qualität deutscher Studiengänge nur durch staatliche Genehmigungsverfahren offiziell anerkannt. "Der Staat kann an den Unis nur Mindeststandards sichern. Wir müssen vom angelsächsischen System lernen, in dem Evaluierung eine wichtige Rolle spielt", sagt Franz Herbert Rieger, Prorektor der FHW.

Der Studiengang "German-Chinese-MBA-Programme" steht allen offen, die einen Hoschschulabschluss und zweijährige Berufserfahrung vorweisen können. Die Kurse werden durchgehend in englischer Sprache abgehalten - Chinesisch muss aber nicht gesprochen werden. Da das Land Berlin eine Städtepartnerschaft mit Peking unterhält, wurde der Studiengang in seiner Startphase von Berlin subventioniert und kostet die Studierenden daher insgesamt moderate 13.000 Mark. Stipendien werden nicht gewährt. Um diesen Preis zu rechtfertigen, musste die FHW eine international anerkannte Qualitätssicherung vorweisen können. "Ausländische Studenten fragten immer wieder nach einem Gütesiegel", erzählt der Leiter des Programms, Joachim Scholz-Ligma.

Im Mai 1999 begann man mit dem Auswertungsverfahren bei einer staatlich anerkannten Akkreditierungs-Agentur. Auf Beschluss der Kultusministerkonferenz sind diese Agenturen dafür verantwortlich, neue Studiengänge zu prüfen, bevor sie von den Ländern genehmigt werden. Bisher haben acht MBA-Programme in Deutschland diesen Prozess erfolgreich durchlaufen.

Eine der Agenturen, die Gütesiegel vergibt, ist die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA), die den FHW-Studiengang bewertet hat. Der Geschäftsführer Hans-Jürgen Brackmann bezeichnet die Agentur als "wirtschaftsnah", betont aber die Mittlerfunktion zur Wissenschaft: "Wir wollen die Angebote der Universitäten für die Wirtschaft transparent machen und praxisnahe Ausbildung fördern." Die Gremien sind mit deutschen, österreichischen und schweizerischen Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft besetzt. Aber die Akkreditierung durch die FIBAA bedeutet mehr als nur einen Test auf Konformität der Studiengänge mit den Wünschen der Wirtschaft. FHW-Rektor Rieger bewertet den einjährigen Evaluierungsprozess als positiv: "Allein der umfangreiche Fragebogen hat im Kollegium Diskussionen angeregt und insgesamt neuen Schwung

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben