Gesundheit : Gutachten des Wissenschaftsrats: Verbraucherinstitut soll umgebaut werden

Heiko Schwarzburger

Nachdem der Wissenschaftsrat bereits 1997 verschiedene Institute der Gesundheitsforschung begutachtet hatte, untersuchte er nun auf Bitten des Bundesgesundheitsministeriums die so genannte Ressortforschung.

Im Auftrag mehrerer Bundesministerien nehmen das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) amtliche Aufgaben wahr.

Das BgVV soll vom Bundesgesundheitsministerium in das neu zu schaffende Verbraucherministerium übergehen. Am RKI laufen wichtige Forschungen zu Epidemien und Infektionskrankheiten. Das PEI wirkt als Bundesamt für Sera und Impfstoffe und gibt neue Medikamente für den Markt frei. Künftig könnte es auch als zentrale Zulassungsstelle für gentherapeutische Arzneimittel fungieren.

"Vor allem beim BgVV, das vier Bundesministerien zuarbeitet und für bestimmte Aufgaben jeweils deren Teilaufsicht untersteht, wurde die mangelnde Kohärenz des Aufgabenspektrums deutlich", monierten die Gutachter vom Wissenschaftsrat in ihrem Abschlussbericht. Sie empfahlen, im für die Fachaufsicht zuständigen Ministerium eine Clearingstelle einzurichten. Dort sollen fachliche Anfragen aus den verschiedenen Ministerien koordiniert werden. Außerdem könnte ein wissenschaftlicher Beirat in den Bundesministerien die Abstimmung der Forschungen zwischen den einzelnen Häusern erleichtern.

Im Bundesgesundheitsministerium wurde ein solcher Beirat mittlerweile gebildet. Er könnte auch Umstrukturierungen in den Instituten überwachen und dafür sorgen, dass überflüssige Randbereiche abgebaut werden. Alle Institute sollten einen eigenen Etat für Forschungen erhalten, da der wissenschaftliche Vorlauf für künftige Entscheidungen im Gesundheits- und Verbraucherschutz von größter Bedeutung sein wird.

Ein Fünftel der Forschungsmittel könnte abhängig von den erbrachten Leistungen fließen, auch müssten die Institute über die Verwendung ihrer Etats weitestgehend selbst entscheiden. Alle Forschungsthemen sollten aus einer Hand koordiniert werden. "Diese Koordination könnte beim Bundesforschungsministerium liegen", meinte Winfried Benz, der Generalsekretär des Wissenschaftsrates. "Das würde auch die Abstimmung mit den Universitäten und den außeruniversitären Instituten erleichtern."

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