Gesundheit : Gute Chancen für technische Berufe

gih/sun

Bis zur Hannover-Messe sind es zwar noch zwei Monate hin, aber insbesondere junge Leute vor oder in einer technischen Ausbildung sollten sich die Tage vom 15. bis 20. April schon einmal dick im Kalender anstreichen. Die Messe an der Leine kann nä mlich auch als riesige Jobbörse genutzt werden.

Schließlich brauchen viele der insgesamt knapp 7000 Aussteller aus den unterschiedlichsten Industriebereichen gerade jetzt neue, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter. Und wer noch nicht so weit ist, in die Praxis einzusteigen, kann sich hier über die künftigen Trends informieren und wertvolle Tipps für eine eventuelle Spezialisierung erhalten.

Mit der Wirtschaft geht es langsam wieder aufwärts, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe AG Hannover, Klaus Goehrmann jetzt vor der Presse. Und auch für Günther Seliger, der das TU-Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb am so genannten Doppelinstitut der Technischen Universität und der Fraunhofer Gesellschaft (in der Pascalstraße, Charlottenburg) leitet, ist die Durststrecke offenbar vorbei: Immer mehr Abiturienten schreiben sich in technische Studiengänge ein. Beide sehen jedenfalls die Zukunft gar nicht so schwarz, wie sie hin und wieder noch gemalt wird.

Aber es wird von den Ingenieuren heute auch viel mehr verlangt als früher, da es noch allein um die Kriterien "schneller, genauer, billiger" ging. Heute komme dem Gesamtsystem wesentlich mehr Aufmerksamkeit zu, und dazu gehören die Mitarbeiter ebenso wie die Kunden, die Lieferanten. Allgemein geht es um die Akzeptanz bei Kapitalgebern und in der Gesellschaft.

Die klassischen Fachgebiete der Werkzeug- und Verfahrenstechnik, der Mechanisierung und der Automatisierung werden nun ergänzt durch Wissensmanagement - die Ingenieurs- und die Naturwissenschaften müssen um sozialwissenschaftliche Komponenten erweitert werden, betonte Seliger. Das hat Rückwirkungen selbst auf die Lehrenden: Forschen und Lehren verlangen bei neuen Techniken auch immer mehr Lernbereitschaft.

Für die Wissenschaft gilt es, näher an die Anwender heran zu rücken, damit die Forschungsergebnisse schneller in neue Produkte einfließen können. Die Unternehmen wiederum sind gezwungen, sich - zum Beispiel auch auf der Hannover-Messe - über Weiterentwicklungen auf dem Laufenden zu halten: Wissen ist heute einfacher verfügbar, das Verstecken in Nischen kaum noch möglich.

Und so füllt das Thema Forschung und Technik eines von sieben Fachmessen (deren Bandbreite von der Fabrikautomation über die Nano- bis hin zur Energietechnik reicht). Gerade hier soll mit der Initiative "tech transfer" eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geschlagen werden. Mehr Zusammenarbeit erhöht letztlich auch die Transparenz, und das ist für den Bund wichtig, der in Zeiten knapper Kassen viel genauer darauf achten muss, dass Zuschüsse für Doppel- oder Parallelforschung vermieden werden.

Im vergangenen Jahr hatte die Hannover-Messe 260 000 Besucher, 95 Prozent aus der Fachwelt. Während die Zahl der Aussteller 2002 nur leicht (auf 6950) gewachsen ist, stieg die Netto-Fläche um 10 000 auf 250 000 Quadratmeter. Mit dabei sind 95 Aussteller aus Berlin - auf der Pressekonferenz hieß es, dies seien genau so viele wie im vergangenen Jahr. Bei genauerer Nachfrage war zu erfahren, dass 2001 jedoch 120 Unternehmen und andere Einrichtungen aus der Bundes- in die niedersächsische Landeshauptstadt gekommen waren - und dies bedeutet, dass jetzt also weniger als im Vorjahr vertreten sind.

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