Gesundheit : Händewaschen reinigt auch das Gewissen

-

Händewaschen schützt nicht nur vor Krankheitserregern. Viele Menschen reinigen so auch ein schlechtes Gewissen. Das haben Forscher in Toronto und Chicago in mehreren Studien nachgewiesen und die Ergebnisse im Magazin „Science“ (Band 313, Seite 1451) veröffentlicht. In vielen Religionen und Kulturen bezögen sich Kategorien wie sauber und schmutzig sowohl auf Körperliches als auch auf Moralisches, schreiben die Forscher. So taufen Christen mit Wasser und Muslime waschen sich vor dem Gebet. Und Shakespeares Lady Macbeth hofft, sich mit etwas Wasser von der Mitschuld an der Ermordung König Duncans zu befreien.

Chen-Bo Zhong und Katie Lilienquist wollten herausfinden, ob sich Menschen wirklich körperlich reinigen, wenn ihre moralische Integrität gefährdet ist, und sie danach auch ein besseres Gewissen haben. Tatsächlich benutzten Studienteilnehmer, die sich an eine schlechte Tat erinnern sollten, doppelt so häufig Wörter, die mit Säubern zu tun haben, als solche, die an eine gute Tat dachten. Reinigten sich Probanden die Hände, nachdem sie von einer schlechten Tat berichtet hatten, fühlten sie sich erleichtert. Sie waren anschließend weniger bereit, als Kompensation ohne Bezahlung an einer weiteren Studie teilzunehmen. jul

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben