Gesundheit : Halbierter Regenwald

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Die einst riesigen Urwälder in den Ebenen Borneos sind durch radikales Abholzen bedroht. Obwohl viele Gebiete eigentlich geschützt seien, gehe der kommerzialisierte Abbau und die Zerstückelung der tropischen Regenwälder weiter, schreiben US Forscher in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals „Science“. Zwischen 1985 und 2001 habe sich die Fläche der geschützten indonesischen Flachland-Urwälder auf Borneo um 56 Prozent (29000 Quadratkilometer) reduziert. Das entspricht der Fläche von Brandenburg. Die wichtigen Pufferzonen um die geschützten Areale seien teils bereits um 70 Prozent abgeholzt.

L.M. Curran und Kollegen von der Yale-University in New Haven warnen nach einer Auswertung verschiedener Überblicke, dass die Abholzung in gleich zweifacher Hinsicht gefährlich sei: Nicht nur durch den Raubbau selbst, sondern auch durch ihre drastischen Auswirkungen auf das Klimaphänomen El Niño.

Ursprünglich habe El Niño für die Ökosysteme des indonesischen Urwalds eine wichtige Funktion gehabt, weil die Blüte- und Reproduktionsphasen der wichtigsten Nutzbäume und Pflanzen dadurch synchronisiert worden seien. „Die Waldzerstückelung und die Oberflächenveränderung haben El Niño jedoch von einer regenerativen zu einer zerstörerischen Kraft gewandelt“, schreibt Curran. So komme es, dass El Niño Dürren und Brände fördere.dpa

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