Gesundheit : Hanoi wird zur "ersten Adresse"

Tilmann Warnecke

In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi werden deutsche Hochschulen künftig mit eigenen Ausbildungsangeboten vertreten sein. Nach der Gründung eines deutsch-vietnamesischen Zentrums an der Technischen Universität Hanoi im Jahr 1999 wird jetzt ein Ausbildungs- und Forschungsinstitut aufgebaut. 30 vietnamesische Studenten haben bereits ein Aufbaustudium in den Gebieten Biotechnologie, Biomathematik, Geowissenschaft, Plasmaphysik sowie Medizin aufgenommen, das die Universität Greifswald in Hanoi anbietet.

"Hanoi gehört zu den zwanzig besten Wissenschaftsstandorten in Asien", betonte Hans-Robert Metelmann, Rektor der Greifswalder Universität. Dreißig Greifswalder Professoren bestreiten gemeinsam mit ihren vietnamesischen Kollegen Lehrveranstaltungen in Hanoi, die in Englisch und Deutsch abgehalten werden. Das Programm richtet sich vor allem an die besten Bachelor-Studenten, die sich auf eine Promotion in Deutschland vorbereiten. Die Themen orientierensich an Problemen, die für Vietnam nützlich sind.

Die Universität Greifswald will über diesen Weg internationale Nachwuchswissenschaftler an sich binden. "Wir lernen unsere zukünftigen Doktoranden ein Jahr lang kennen, bevor sie zu uns kommen. Das ist eine ungeheure Chance auch für unsere Forschungsarbeit", sagte Projektleiterin Maria-Theresia Schafmeister. Metelmann verwies auf den internationalen Wettbewerb, dem sich die deutschen Hochschulen stellen müssten: "Bisher wird gut die Hälfte des Führungsnachwuchses aus Südostasien in den Vereinigten Staaten ausgebildet." Die Uni Greifswald hofft, die vietnamesischen Doktoranden nach Abschluss ihrer Promotion für die Lehre an der Greifswalder Außenstelle in Hanoi gewinnen zu können.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert das Projekt mit zwei Millionen Mark aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung, die Universität Greifswald erhält zusätzlich 400 000 Mark. Die Regierung Vietnams beteiligt sich mit vier Millionen Mark.

Die Partner erhoffen sich zusätzlich den Aufbau eines Forschungsnetzwerkes in Vietnam. Neben bestehenden Umweltschutzprojekten gibt es Pläne zur Verbesserung der Wasserversorgung in der Gegend um Hanoi. Greifswalder Plasmaphysiker sollen ihre vietnamesischen Kollegen beim Aufbau nationaler Fachgruppen unterstützen. Ein internationales Graduiertenkolleg soll ebenfalls entstehen.

Neben der Greifswalder Universität engagiert sich auch die Technische Universität Dresden in Hanoi. Sie richtet eine deutsche Fakultät an der vietnamesischen Partnerhochschule ein und bietet dort Master-Studiengänge in den Fächern Maschinenbau und Elektrotechnik an. In einer Summer School unterrichten Dresdner Dozenten Kurse in Architektur und Bauingenieuwesen.

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