Gesundheit : Hans Meyer tritt schon im Mai zurück

ast

Die Wahl des neuen Präsidenten der Humboldt-Universität soll am 4. Mai stattfinden, die Anhörung der Kandidaten am 25. April. Das war bei der ersten Sitzung des neuen Konzils der Humboldt-Universität zu erfahren. Zu den wichtigsten Aufgaben des Konzils gehört die Wahl des Universitätspräsidenten und der Vizepräsidenten.

Das alte Konzil war am letzten Tag seiner Amtszeit, dem 7. Februar, zusammengekommen, um den neuen Universitätspräsidenten zu wählen. Aber weder der bisherige Präsident Hans Meyer noch sein Gegenkandidat, der Informatiker Gerhard Fischer, konnten die absolute Mehrheit von 31 Stimmen für sich gewinnen. Die Wahl der Vizepräsidenten wurde bis zur Wahl eines neuen Präsidenten verschoben. Das Verfahren und der zeitliche Ablauf für die Wahlen des neuen Präsidiums waren der wichtigste Tagesordnungspunkt auf der konstituierenden Sitzung des neuen Konzils.

Vor Beginn der Debatte wiederholte der amtierende Präsident seine Erklärung, die er bereits vor dem Kuratorium neuer Art abgegeben hatte. Meyer sagte, dass er sich außerstande sehe, die Humboldt-Universität in den bevorstehenden Verhandlungen mit dem Berliner Senat, die Interessen der Humboldt-Universität "mit dem gehörigen Nachdruck zu vertreten". Meyer sagte, er werde vor Ende seiner Amtszeit bereits im Mai zurücktreten. Obwohl Meyer einräumte, dass seine persönliche Wertschätzung nicht gelitten habe, vermisst er den Rückhalt in der Universität. Es sei auch in der Stadt zu spüren, dass sich nach der gescheiterten Wahl die Gewichte zu Ungunsten der Humboldt-Universität verschoben hätten.

Entscheidung bedauert

Norbert Bensel, Vorstandsmitglied von Interservice im DaimlerChrysler-Konzern, nahm als Vertreter des Kuratoriums an der Konzilssitzung teil. Er bedauerte Meyers Entscheidung nicht zuletzt deshalb, weil die Universität Kontinuität benötige. Aber man könne aus den Ereignissen der letzten Monate lernen, um ein zukünftiges Scheitern zu verhindern. Er lobte jedoch die in der vorläufigen Verfassung der Humboldt-Universität verankerte Regelung, nach der das Kuratorium das alleinige Vorschlagsrecht für die Kandidaten hat, die anschließend vom Konzil gewählt werden. Er sprach sich außerdem dafür aus, dass die Kandidatenliste groß genug ist, um dem Konzil eine echte Entscheidung zu ermöglichen.

Bensel wies darauf hin, dass die außerordentlich kurze Zeitspanne, die für die Wahlen zur Verfügung steht, optimal gestaltet werden müsse. "Denn weitere Pannen können wir uns nicht leisten." Um die Prozedur der Kandidatenfindung zu straffen, wolle das Kuratorium nicht allein die Ergebnisse der Ausschreibung abwarten, sondern möglichst selbst auf geeignete Präsidentschaftskandidaten zugehen. Dazu forderte er auch die Konzilsmitglieder auf. Es sollten aber auch noch weitere Vorschläge für geeignete Vizepräsidenten aus der Universität selbst kommen, die dann in der Findungskommission diskutiert werden könnten.

Vizepräsidenten-Wahl abgetrennt

In der Debatte um den zeitlichen Ablauf des Wahlverfahrens gab es nur wenige Differenzen. Die zeitliche Trennung der Wahl des Präsidenten von der Wahl der Vizepräsidenten wurde mit großer Mehrheit vom Konzil bestätigt. Für diese Entscheidung des Kuratoriums war unter anderem maßgeblich, dass so die Wahlvorschläge "im Benehmen mit dem gewählten Präsidenten" beschlossen werden könnten.

Diese Formulierung löste eine längere Kontroverse mit den studentischen Konzilsmitgliedern aus, die dahinter eine zu große Einflussmöglichkeit des Präsidenten auf die Kandidatenliste vermuteten. Norbert Bensel wies jedoch darauf hin, dass das Kuratorium Herr des Verfahrens bleibe und der Präsident nicht das Recht habe, Kandidaten von der Liste zu streichen. Es gehe lediglich darum, möglichst große Einigkeit herzustellen. Im Konfliktfalle sei jedoch die Entscheidung des Kuratoriums bindend.

0 Kommentare

Neuester Kommentar