Gesundheit : „Harvard auf Augenhöhe begegnen“

Was Senator Zöllner für die Wissenschaft plant

Anja Kühne

Auch Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) macht sich stark für einen neuen Forschungsinvestitionsbegriff. Es könne nicht sein, „dass in Zeiten von Haushaltsknappheit der Bau einer Friedhofsmauer zwar möglich ist“, nicht aber „Investitionen in Köpfe“, sagte Zöllner am Montag in Berlin anlässlich der Wiedereröffnung des sanierten HenryFord-Baus der Freien Universität. Damit unterstützt Zöllner einen Vorschlag seines Parteifreundes Thomas Oppermann (Tsp. vom 11. April). Bisher gelten nur Aufwendungen in Beton als Investitionen. Um die Neuverschuldung zu begrenzen, will Oppermann die Bildung aber nicht in den neuen Investitionsbegriff einbeziehen. Zöllner hingegen will, dass auch Ausgaben für die Schule als Investitionen verstanden werden.

Zöllner deutete auch an, wie er sich die Zukunft der Berliner Wissenschaftslandschaft vorstellt. So erwähnte der Senator seine Pläne für einen Berliner Forschungsverbund, den er nebulös als „eine gemeinsame, international identifizierbare, handlungsfähige Struktur für die absoluten Exzellenzfelder aller Berliner Wissenschaftseinrichtungen“ beschrieb. Wie das geplante Dach über die exzellenten Bereiche der Unis und außeruniversitären Institute aussieht, blieb offen. Ziel ist jedenfalls, in diesen Bereichen in den nächsten fünf bis zehn Jahren Stanford oder Harvard „auf Augenhöhe zu begegnen“, wie Zöllner sagte.

Weiterhin plant Zöllner, innerhalb der Unis „spezielle Rahmenbedingungen für internationale Spitzenforschung“ zu schaffen. Herausragende Forschungsschwerpunkte sollten die Möglichkeit haben, „weltweit gezielt und schnell“ die beste Wissenschaftlerin oder den besten Wissenschaftler zu berufen. „Nur so und nicht über die üblichen Berufungsverfahren sind oft die international absolut Besten nur noch rekrutierbar“, sagte Zöllner. Offenbar will der Senator den Hochschulen das Berufungsrecht zwar nicht gänzlich überlassen, plant aber neue Handlungsspielräume. Auch das „Maß an Haushaltsflexibilität“ soll im Bereich der exzellenten Hochschulforschung erhöht werden, sagte Zöllner.

Wenn es um Promotionen innerhalb dieser Bereiche geht, etwa an einer sowohl von einer Uni als auch von einem außeruniversitären Institut getragenen Graduiertenschule, sollen Hochschullehrer außeruniversitärer Einrichtungen die gleichen Rechte wie Professoren an Unis bekommen. Bisher haben nur die Unis das Promotionsrecht.

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