HeilSTÄTTEN : Hotel mit Hightechchirurgie

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Glänzender Boden mit eingelassenen Bildmotiven, blauer Empfangstresen, lichtdurchflutete Zimmer mit Blick ins Grüne und schickem Mobiliar dominieren in der kleinen Klinik in Zehlendorf. Wer in der Lage ist, das Bett zu verlassen, isst im ebenfalls in sattem Blau gehaltenen Speisesaal, der eher an ein Restaurant erinnert. Beim Betreten der Klinik für MIC (minimal-invasive Chirurgie) in Zehlendorf bekommt man den Eindruck, man befände sich in einem Hotel – oder allenfalls in einer Privatklinik. Doch das kleine, auf minimal-invasive Operationen spezialisierte Haus ist für alle Patienten offen. MIC, die sogenannte Schlüssellochchirurgie, hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten rasant entwickelt. Dieses Operationsverfahren benötigt modernste Technologie und entsprechend gut ausgebildete Spezialisten, die mit dieser umzugehen wissen. Die Gefahr von Komplikationen wird reduziert, die Rekonvaleszenz verbessert. So ist die Klinik für MIC jüngeren Datums und kann auf keine lange Traditionsgeschichte verweisen wie andere Berliner Kliniken.

In den Anfängen Mitte der 90er Jahre begann der Klinikbetrieb mit einer Handvoll Mitarbeiter, die stundenweise an zwei Tischen auf dem Flur operierten. Heute besitzt das Haus einen der modernsten OP-Säle für laparoskopische Chirurgie. Unter Laparoskopie versteht man einen operativen Eingriff, bei dem über einen kleinen Bauchschnitt von wenigen Zentimetern eine Stablinsenoptik eingeführt wird, um die Organe sichtbar machen zu können. Die MIC-Klinik mit gerade einmal 54 Betten beschäftigt heute 15 Fachärzte und rund 21 Schwestern und Servicekräfte, verfügt über ein Zentrum für Koloproktologie, Endometriose, Hernien, Reproduktionsmedizin und Gebärmuttererkrankungen, Urologie (dieses ist allerdings nur für Privatpatienten) und ein Zentrum für Adipositas.

Im Juli hat das Haus die RE-Zertifizierung für dieses Adipositaszentrum erhalten, als bisher einziges Zentrum in Berlin. Die Entwicklung, starkes Übergewicht und Fettleibigkeit minimal-invasiv zu behandeln, ist neu. Würde man diese Art der Operationen offen durchführen, wären die zu erwartenden Komplikationen wohl keinem Patienten zuzumuten. Doch auch andere Krankheitsbilder werden behandelt. Wer zum Beispiel an Gallenstein, Leistenbruch oder Eierstocktumor leidet oder auch an einer Schilddrüsenvergrößerung, ist in der 1997 gegründeten Klinik an der richtigen Adresse.

Der Aufenthalt der Patienten reduziert sich durch die Behandlungsmethoden in der Klinik für MIC auf eine kurze Zeit. Durchschnittlich liegen Betroffene zwischen zwei und drei Tagen auf Station. Das führt zu einer hohen Patientenzufriedenheit. Laut dem Krankenhauswegweiser www.weisse-liste.de erreicht diese einen Wert von 98 Prozent. Wer will schon länger als nötig im Krankenhausbett liegen, selbst wenn es fast so schön ist wie in einem Hotel. Heike Gläser

KLINIK FÜR MIC

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