Gesundheit : Heimliche Tests – Verfahren gegen Ärzte eingestellt

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Nach dem Vorwurf heimlicher Medikamententests bei Patienten der Gießener Universitätsklinik hat die Staatsanwaltschaft alle Verfahren gegen die elf beschuldigten Ärzte eingestellt. Trotz erheblicher Restzweifel seien die Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung sowie der Körperverletzung mit Todesfolge aus Mangel an Beweisen beendet worden, sagte Oberstaatsanwalt Volker Kramer am Dienstag. Manche Vorwürfe waren zudem verjährt. Unterlagen, in denen Patienten angeblich ihr Einverständnis mit den Eingriffen erklärt hatten, seien unauffindbar geblieben. Die Behörde habe daher nach dem Grundsatz „im Zweifelsfall für die Beschuldigten“ entscheiden müssen.

Seit mehr als einem Jahr hatte die Staatsanwaltschaft überprüft, ob der Chefanästhesist der Klinik und zehn weitere Narkoseärzte seit Ende der 80er Jahre bei Operationen Versuchsreihen ohne Einwilligung der Patienten vorgenommen hatten. So sollten medizinisch unnötige Medikamente gegeben und Katheter gelegt worden sein, die für die Operationen nicht notwendig waren. Die Daten der Versuchsreihen sollten den Vorwürfen zufolge in Promotionen und Habilitationen geflossen sein.

Bei mehreren Dutzend Studien war es nur in wenigen Fällen gelungen, Unterlagen über Patienten zu finden. Weder in der Klinik und bei der zuständigen Ethikkommission der Universität noch bei den Ärzten oder dem für die Überwachung der Studien zuständigen Regierungspräsidium sind die benötigten Akten aufgetaucht. dpa

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