Gesundheit : Helmut Schmidt: Der ehemalige Bundeskanzler erhält seinen ersten deutschen Ehrendoktortitel in Potsdam

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Ehrendoktorhüte hat der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (81) schon viele: Unter anderem von der Pariser Sorbonne, der Harvard- und der John Hopkins-Universität (USA), den Universitäten in Oxford und Cambridge und sogar von der Keio-Universität zu Tokio. Nur eine deutsche Hochschule hat ihn noch nicht ehrenhalber promoviert. Das hat nun die Universität Potsdam nachgeholt. Am Mittwochabend verlieh sie dem Kanzler der sozial-liberalen Koalition (1974-1982) die Ehrendoktorwürde.

In seiner Laudatio sagte Paul Welfens, Professor für Wirtschaftspolitik in Potsdam, man ehre in Helmut Schmidt "einen national und international angesehenen Wirtschaftspolitiker von Format und Europäer mit beeindruckender Lebensleistung." Schmidt habe sich in seiner Zeit als Wirtschafts- und Finanzminister und später als Bundeskanzler in vorbildlicher Weise darum bemüht, fundierte Erkenntnisse der Volkswirtschaft in die Politik einzubeziehen. Seine Überlegungen - oft pointiert vorgetragen - brachten ihm die Bezeichnungen "Schmidt the Lip" und "Weltökonom" ein.

Welfens würdigte auch das schriftstellerische Schaffen des Altkanzlers, der heute Herausgeber des Wochenmagazins "Die Zeit" ist. Es zeige einen lebhaften und klugen Analytiker, in manchen Beiträgen fänden sich ungewöhnliche Verbindungen von sicherheits- und wirtschaftspolitischen Erwägungen. Er schloss mit dem Wunsch, dass Schmidt - nun Mitglied der Fakultät - deren Gespräch "anregend und nachdenklich" begleiten werde. Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sagte in seinem Glückwunschtelegramm, Schmidt habe stets eine besonders verständnisvolle Nähe zu den Menschen in Ostdeutschland bewiesen und sich Verdienste um die innere Einheit Deutschlands erworben.

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