Gesundheit : Hilfe bei Krankenhausinfektionen - Neues Mittel gegen hochresistente Bakterien

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Staphylokokken zählen zu den häufigsten Erregern von Krankenhausinfektionen. Diese Bakterien gelangen oft bei oder nach einer Operation in den Körper des Patienten. Kommt es dann zu einer Vermehrung im Blut – einer Bakteriämie –, kann die richtige Wahl des Antibiotikums über das Leben des Patienten entscheiden.

Immer häufiger treten hochresistente Staphylokokkenstämme auf, gegen die nur noch wenige Mittel wirksam sind. Das seit kurzem bei Hautinfektionen eingesetzte Antibiotikum Daptomycin hat sich jetzt in einer internationalen Studie als ein wirksames Medikament bei Staphylococcus-aureus-Bakteriämien erwiesen. Das berichten die Mediziner im „New England Journal of Medicine“ (Band 355, Seite 653–665).

„Das ist seit zwei Jahrzehnten das erste neu zugelassene Mittel, um diese Arten von potenziell lebensbedrohlichen Infektionen zu behandeln“, sagt Vance Fowler von der Duke University in Durham, der Leiter der Studie. Die Mediziner testeten die Wirksamkeit von Daptomycin an 124 Patienten. Das neue Mittel war bei gleicher Behandlungsdauer auch gegen multiresistente Staphylococcus-aureus-Varianten so wirksam wie die Standardtherapie, bei der zwei verschiedene Antibiotika aufeinanderfolgend verabreicht wurden. Daptomycin ist ein Vertreter einer neuen antibakteriellen Wirkstoffklasse. „Es könnte auch dabei helfen, die besorgniserregende Ausbreitung von resistenten Staphylokokken zu bremsen“, sagt Fowler. In Deutschland ist Daptomycin seit April 2006 nur zur Behandlung schwerer Hautinfektionen zugelassen. wsa

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