Gesundheit : Himmelskörper: Einsame Planeten im All gesichtet

Erstmals hat ein internationales Astronomenteam frei durchs All fliegende planetenähnliche Objekte entdeckt. Die Forscher sichteten die Himmelskörper in der Nähe des Pferdekopf-Nebels im Sternbild Orion. Nach Auskunft des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg handelt es sich bei der Mehrzahl der Objekte wahrscheinlich um Planeten. Sie seien fünf bis zu 15 Mal schwerer als der Riesenplanet Jupiter, berichten die Forscher im Fachjournal "Science" (Band 290, Seite 103).

Bislang gehen Astrophysiker davon aus, dass Planeten stets in einer dichten Staubscheibe entstehen, die jeden neugeborenen Stern umgibt. Anders als die Erde und die anderen Planeten unseres Sonnensystems wie Venus oder Mars sind die nun entdeckten Himmelskörper jedoch nicht an einen Stern gebunden, betont das Team um Maria Rosa Zapatero Osorio vom Astrophysikalischen Institut der Kanaren in Teneriffa. Sie stehen isoliert da - und sind deshalb so gut zu sehen.

"Es ist nicht leicht zu erklären, wie diese Planeten entstanden sein können", sagt der Heidelberger Astronom Reinhard Mundt. Computersimulationen haben aber gezeigt, dass sich in einem Planetensystem zwei oder mehrere Planeten so nahe kommen können, dass einer von ihnen durch die Schwerkraftwirkung der anderen aus dem System herauskatapultiert wird. Möglicherweise handelt es sich bei den jetzt gefundenen Einzelgängern um solche Kandidaten. Das betreffende Himmelsareal hatten deutsche Forscher bereits vor zwei Jahren am Calar-Alto-Observatorium in Südspanien beobachtet. Auf den Bildern waren ihnen einige Objekte damals wegen ihrer ungewöhnlichen Farbe aufgefallen.

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