Gesundheit : Hirnforschung: Die drei Bausteine des Denkens

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Wenn Atome die Bausteine der Materie sind, so sind Synapsen die Bausteine des Geistes. Die Synapse besteht aus zwei Teilen: Die Präsynapse ist das Ende der Nervenzelle, die das Signal sendet. Die Postsynapse ist der Anfang der Nervenzelle, die das Signal empfängt. Zwischen Prä- und Postsynapse liegt ein winziger Spalt, den das Signal überbrücken muss - hier wird das elektrische Signal in ein chemisches übersetzt.

An der Synapse treffen also zwei Nervenzellen aufeinander. Nervenzellen kann man sich wie elektrische Leitungen vorstellen. Aber irgendwann endet die Leitung, und der Impuls, der an der Leitung entlangläuft, trifft auf die Präsynapse. Sobald der Impuls die Präsynapse erreicht, verschmelzen kleine Bläschen mit der Membran der Zelle. In diesen Vesikeln befindet sich eine chemische Substanz - Neurotransmitter -, die in den synaptischen Spalt gelangt und zur gegenüberliegenden Postsynapse der nachgeschalteten Zelle wandert. Dort dockt der Neurotransmitter an Rezeptoren, was in der Regel dazu führt, dass die nachgeschaltete Zelle aktiviert wird - der Impuls wird weitergegeben.

Wenn wir etwas lernen, verändern sich unsere Synapsen. Auch die Gefühle hängen von den chemischen Vorgängen an der Synapse ab - viele Antidepressiva setzen genau hier an. Jetzt gelangen Forscher zur Auffassung, dass auch die Gliazellen die Synapse beeinflussen können. Sie schlagen deshalb das Konzept einer "dreiteiligen" Synapse vor, bestehend aus Prä- und Postsynapse - und, als dritte Komponente, der Gliazelle.

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