Gesundheit : Historisch anregend

Heinrich August Winkler stiftet einen Nachwuchspreis

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Wenige andere Historiker, die das Dritte Reich wegen ihrer jüdischen Herkunft zur Emigration gezwungen hat, sind für die jüngere deutsche Wissenschaftlergeneration so wichtig geworden wie Hans Rosenberg. Von dem 1988 gestorbenen Historiker, der zuletzt in Stanford lehrte und in Freiburg/Brsg. im Ruhestand lebte, sind wesentliche Impulse auf die Wendung zur Sozialgeschichte ausgegangen. Dem Gedächtnis dieses großen Anregers hat der Historiker Heinrich August Winkler den Nachwuchspreis gewidmet, den er zusammen mit seiner Frau Dörte, ebenfalls Historikerin, gestiftet hat und der jetzt zum ersten Mal vergeben wurde. Er ging an den Berliner Stephan Malinowski – für die Studie „Vom König zum Führer“, die die fatale politische Rolle der Mehrheit des Adels vor allem in der Weimarer Republik und im Dritten Reich behandelt. Verliehen wurde der Preis im Rahmen eines Kolloquiums, das die FriedrichEbert-Stiftung aus Anlass von Winklers 65. Geburtstag veranstaltete. Politiker und Wissenschaftler, deren Stimmen in der öffentlichen Diskussion zählen, debattierten dabei das von Winkler selbst oft traktierte Thema „Deutschland, Europa und der Westen“ – von EU-Kommissar Günter Verheugen bis zu Wolfgang Schäuble, vom früheren polnischen Außenminister Bronislaw Geremek bis zu Altbundespräsident Richard von Weizsäcker. Rdh.

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