Gesundheit : Hochhuth tut dem Deutschen gut

Roland Kaehlbrandt

Der Dramatiker Rolf Hochhuth und die Zeitschrift "Computer Bild" sind für ihr gutes Deutsch mit dem "Kulturpreis Deutsche Sprache" ausgezeichnet worden. Den Preis hatte der Unternehmer Eberhard Schöck aus Verärgerung über die wachsende Zahl von Anglizismen und über die Vernachlässigung der deutschen Sprache ausgelobt.

Hochhuths Werk sei ein "Beitrag zur Wiedergewinnung besonnener deutscher Selbstachtung", sagte Schöck bei der Verleihung in Kassel. Der Tübinger Rhetoriker Gerd Ueding hob in seiner Laudatio hervor, dass Hochhuth bis heute nicht müde geworden sei, "kompromisslos für die deutsche Sprache zu streiten". Der deutschen Germanistik warf Ueding vor, zur Kultivierung des Deutschen in Rede und Schrift seit beinahe 50 Jahren nichts beigetragen zu haben außer "mit Recht so bezeichneter Sekundär-Literatur".

In seiner Erwiderung geißelte Hochhuth den von der Bundesregierung verordneten Sparkurs der Goethe-Institute. "In dem Maß, in dem sein Globalisierungswahn wächst", so Hochhuth, "kürzt Berlin die Mittel, im Ausland Deutsch zu lehren."

Während Hochhuth den mit 70 000Mark dotierten Teil des Preises, den Jacob-Grimm-Preis erhielt, ging der andere Teil, der nicht dotierte Institutionen-Preis Deutsche Sprache an die Zeitschrift "Computer Bild" für ihre Bemühungen um ein verständliches Deutsch bei der Darstellung fachlicher Inhalte. Die Zeitschrift wählt, wann immer möglich, deutsche Ausdrücke statt englischer, etwa "Schnittstelle" statt "Interface" oder "herunterladen" statt "downloaden". Das 1995 entwickelte Blatt gehört mit 1,3 Millionen verkaufter Auflage zu den auflagestärksten Fachzeitschriften weltweit, so Chefredakteur und Blattmacher Harald Kuppek, der den Preis in Kassel entgegennahm. Der Kulturpreis Deutsche Sprache soll von nun an jährlich in der Grimm-Stadt Kassel vergeben werden.

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