Gesundheit : Hochschule: Viele Studienplätze in Jura gefährdet

Die Länder wollen mit einer grundlegenden Reform der Juristenausbildung rund jeden vierten Jura-Studienplatz an den Hochschulen streichen. Der Bundesrat billigte jetzt in erster Lesung eine entsprechende Gesetzesinitiative mehrerer Bundesländer, die damit in den Bundestag zur weiteren Beratung eingebracht wurde. Im bundesweit zweitgrößten Studienfach stünden dann statt bisher 19 000 Anfängerplätzen pro Jahr nur noch 14 800 zur Verfügung. Der Numerus clausus würde sich wieder erheblich verschärfen.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Justizministerium, Eckhart Pick (SPD), sagte im Bundesrat, der Vorstoß zur Verbesserung der Ausbildung werde von der Bundesregierung "begeistert begrüßt". Ziel der Initiative ist eine bessere Vorbereitung auf den Anwaltsberuf und eine Spezialisierung auf bestimmte juristische Aufgabenfelder bereits im Studium. An den zwei Ausbildungsstufen Studium plus Referendariat soll entgegen ursprünglichen Überlegungen festgehalten werden.

Rund 80 Prozent der Jura-Absolventen würden Rechtsanwälte, sagte der nordrhein-westfälische Justizminister Jochen Dieckmann (SPD) bei der Vorstellung des Entwurfs. Die Länder hätten sich bei ihren Neuordnungsvorstellungen auf ein "fachlich ausgewogenes Konzept" verständigt, auch wenn die Anwaltskammer noch weitergehende Wünsche habe. Der Gesetzentwurf wurde von zwölf Bundesländern gemeinsam in der Länderkammer vorgelegt, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. Nicht unterzeichnet haben unter anderem Bayern und Schleswig-Holstein.

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