Gesundheit : Hochschulen: Ausländer weiter erwünscht

Bärbel Schubert

Der internationale Austausch in der Wissenschaft soll nach dem Willen der Bundesregierung auch nach den Terroranschlägen in den USA weiter ausgebaut werden. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bekräftigte am Dienstag in Berlin, dass die Bundesregierung am geplanten Einwanderungsgesetz festhalten werde. Auch die Bedingungen für ausländische Studenten und Wissenschaftler sollen wie angekündigt verbessert werden.

Damit trat Bulmahn Befürchtungen entgegen, aus Sicherheitserwägungen könnten die Freizügigkeit und die geplanten Aufenthaltserleichterungen für Ausländer eingeschränkt werden. Mit dem von Innenminister Otto Schily (SPD) vorbereiteten neuen Zuwanderungsgesetz sollen beispielsweise ausländische Studenten, die in Deutschland ihren Hochschulabschluss erworben haben, anschließend hier eine Arbeit aufnehmen dürfen. Liberalisiert werden soll auch die Praxis der Ausländerbehörden und Botschaften im Umgang mit ausländischen Studenten und Gastwissenschaftlern. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass einige der Attentäter auf das World Trade Center und das Pentagon zuvor in Hamburg studiert hatten, gab es Befürchtungen vor Rückschritten bei der begonnenen Öffnung.

Bulmahn betonte in ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Preises für internationale Hochschulzusammenarbeit, dass Deutschland nach wie vor auf mehr Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte angewiesen sei. Bis zum Jahr 2002 werde jeder zweite Erwerbstätige in Deutschland älter als 45 Jahre sein.

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Klaus Landfried, betonte wie Bulmahn, dass keine neuen Hürden für Wissenschaftler und Studenten aus dem Ausland errichtet werden dürfen. "Die deutschen Hochschulen brauchen - gerade angesichts der jüngsten terroristischen Akte in den USA - weiterhin ein Klima der offenen internationalen Begegnung", sagte Landfried und zeigte sich besorgt über anonyme Drohungen gegen Hochschulleitungen, an deren Hochschulen nach den Ermittlungsergebnissen einige der mutmaßlichen Terroristen studiert hatten. "Gegen verdeckten Fanatismus und planvolles mörderisches Tun" seien alle machtlos. "Dafür die Hochschulen verantwortlich zu machen, ist ein Zeichen von Dummheit."

Zur internationalen Offenheit gebe es in der Wissenschaft keine Alternative.

Ausgezeichnet wurden die Professoren: Ayla Neusel (Kassel), die die Internationale Frauenuniversität mit interdisziplinären postgradualen Angeboten für Nachwuchswissenschaftlerinnen aus aller Welt auf der Weltausstellung Expo organisiert hat. Heinrich Oettel (Freiberg) für Leistungen beim Wiederaufbau der technisch-naturwissenschaftlichen Fächer an der Universität Prishtina und Robert Richert (FH Schmalkalden).

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