Gesundheit : Hochschulen: "Die Reform muss reformiert werden"

akü

Grabesstimmung unter den Fachhochschulprofessoren: Mit einer großen Traueranzeige in der "Zeit" vom Donnerstag hat der Hochschullehrerbund auf den Kabinettsbeschluss zur Dienstrechtsreform reagiert: "Gestern verstarb die deutsche Fachhochschule", geben die Dozenten bekannt. Der Hochschullehrerbund, in dem ein Drittel aller Fachhochschulprofessoren vertreten ist, meint, die von der Regierung vorgesehene Grundvergütung für Professoren sei zu niedrig, um qualifizierte Berufspraktiker für Fachhochschulen gewinnen zu können.

Auch Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU) hält es für ein falsches Signal, ein niedriges Grundgehalt anzusetzen, wenn dieses dann regelmäßig durch variable zusätzliche Gehaltsbestandteile ergänzt werden müsse, um überhaupt eine angemessene Bezahlung zu erreichen. Bayern kündigt seinen "massiven Widerstand" im Bundesrat gegen das Gesetz an.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi unterstützt das Reformpaket zwar, sieht aber schon jetzt Bedarf zur Nachbesserung "in entscheidenden Teilen": Das von der Regierung angekündigte Förderprogramm zur Ausstattung von Juniorprofessuren reiche in seinem finanziellen Volumen nicht aus. Auch sei es ein Fehler, Professoren weiterhin zu verbeamten.

An der Basis sieht man der Reform mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Präsident der Freien Universität, Peter Gaehtgens, sagte auf Anfrage: "Das wir etwas verändern müssen, ist klar." Sollte das vom Kabinett verabschiedete Paket im nächsten Jahr in dieser Form Gesetz werden, sieht Gaehtgens jedoch auf ein armes Bundesland wie Berlin Probleme bei der Finanzierung der Juniorprofessuren zukommen: Die vom Kabinett für die Finanzierung der Juniorprofessuren vorgesehene Umwidmung derjenigen Mittel, die bisher für C1- und C2-Stellen ausgegeben wurden, komme bislang kaum in Frage. Die Mittel seien gebunden, da die Stellen zahlreichen Professoren bei Berufungsverhandlungen zugesagt worden seien: "Das Förderprogramm des Bundes wird nicht ausreichen." Das gelte umso mehr, wenn es nach der Abwertung der Habilitation keine Privatdozenten mehr gebe, die sich in der Lehre betätigen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben